2.000 Polizisten mussten in Montenegro mehr als 100 Teilnehmer einer Gay Pride Parade vor zum Teil gewalttätigen Rechtsextremisten schützen. Während des knapp einstündigen Marsches in der Hauptstadt Podgorica flogen unter anderem Steine gegen die Teilnehmer der ersten Homosexuellenparade des Landes. Gegendemonstranten versuchten, die Sicherheitslinie der Polizei zu durchbrechen.

Mit Tränengas gingen die Beamten vor, um die Angreifer von den Aktivisten für Homosexuellenrechte fernzuhalten. Als die Lage jedoch zu eskalieren drohte, wurden die Teilnehmer der Parade von der Polizei in Gefangenentransportern in Sicherheit gebracht. Der Organisator Danijel Kalezić sagte, durch den Schutz der Polizei hätten dennoch rund 150 Aktivisten friedlich durch Podgorica ziehen können.

Nach der Veranstaltung lieferten sich Hooligans Straßenschlachten mit der Polizei. Die Randalierer warfen Schaufensterscheiben ein und attackierten die Redaktion der regierungskritischen Zeitung Vijesti.

Brüssel verlangte Genehmigung der Parade

Die EU-Kommission in Brüssel hatte den Beitrittskandidaten Montenegro zur Genehmigung der Gay-Pride-Kundgebung aufgefordert, um die Minderheitenrechte in dem Land zu garantieren. Die Demonstration war daher auch ein Test für das überwiegend konservative Montenegro, wie es sich zur Wahrung von Bürgerrechten verhält. Heftige Kritik an der Parade äußerten vor allem Vertreter der orthodoxen Kirche.

Im vergangenen Juli war es im Touristenziel Budva an der südlichen Adria zu ähnlichen Auseinandersetzungen nach einem kurzen Umzug von einigen Dutzend Lesben und Schwulen gekommen.