Wahl 2015Vitali Klitschko will Präsident der Ukraine werden

Vitali Klitschko hat seine Kandidatur bei der Präsidentenwahl 2015 angekündigt. Doch ein neues Gesetz könnte den Plan des Boxers und Oppositionspolitikers verhindern.

Der Boxweltmeister Vitali Klitschko will bei der ukrainischen Präsidentschaftswahl 2015 kandidieren. "Ich bewerbe mich um die Präsidentschaft", sagte der 42-Jährige während einer Parlamentssitzung.  

Der frühe Zeitpunkt der Bekanntgabe überraschte viele Beobachter. Klitschko sagte vor dem Parlament, es habe Versuche gegeben, seine Kandidatur zu verhindern. Deshalb habe er sie bereits bekanntgegeben.  

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Das Parlament hatte zuvor ein Gesetz verabschiedet, das Klitschkos Kandidatur verhindern könnte: Demnach sollen Bürger, die sich dauerhaft im Ausland aufhalten und dort steuerpflichtig sind, nicht mehr als Einwohner der Ukraine gelten. Präsidentschaftskandidaten müssen aber laut dem Gesetz zehn Jahre vor der Wahl in der Ukraine gelebt haben. Klitschko wohnt seit 2005 in Kiew und hat noch einen Wohnsitz in Hamburg. Er zahlt seine Steuern in Deutschland.

Klitschko ist Chef der prowestlichen Oppositionspartei Udar (Schlag). Sie war als drittstärkste Partei aus der umstrittenen Parlamentswahl im Oktober 2012 hervorgegangen. Stärkste Kraft wurde damals die Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch, gefolgt von der Vaterlandspartei der inhaftierten Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko.

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Leserkommentare
  1. Ich kenne VItali Klitschko nicht, aber der ist mir sogar noch in der Fernsehwerbung sympathisch. Ohne das zugegebenermaßen weitergehend untermauern zu können halte ich ihn überdies für integer.

  2. anders als deutsche Steuerflüchtlinge wie Michael Schumacher oder Franz Beckenbauer trotzdem in Deutschland Steuern.

  3. Die CDU hat einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen in der Ukraine:

    "Udar sei eine proeuropäische 'Programmpartei nach deutschem Vorbild', hieß es seitens der KAS [Konrad Adenauer Stiftung]. Die Partei sei bestrebt, 'die Ukraine so schnell wie möglich in die EU zu integrieren'. Der CDU-Politiker Werner Jostmeier, der Klitschko während eines Kongresses der 'Europäischen Volkspartei' traf, schrieb in einem Blog gar ungeniert, dass die KAS Klitschko damit 'beauftragt' habe 'in der Ukraine eine christlich-konservative Partei unterstützend mit auf die Beine zu stellen und zu etablieren.'" http://www.heise.de/tp/ar...

    Klitschko ging schon vor den Wahlen ein Bündnis mit der nationalistischen* Oligarchin** Timoschenko und den Faschisten (Swoboda) ein:

    "Ukraine: Ehemalige Ministerpräsidentin Timoschenko und Boxweltmeister Klitschko haben keine Probleme mit rassistischen Gewalttätern."
    http://www.konicz.info/?p...

    "Sie wollen im Parlament zusammenzuarbeiten und die nächste Präsidentschaftswahl gemeinsam vorbereiten" http://www.dradio.de/dlf/...

    auch: http://www.dradio.de/dlf/...

    * http://de.wikipedia.org/w...

    **"Die Verurteilung von Julia Timoschenko in der Ukraine ist ohne Frage politisch motiviert. Blütenweiß aber ist ihre Weste nicht." http://www.tagesspiegel.d...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, rav
  • Schlagworte Vitali Klitschko | Parlament | Parlamentswahl | Präsidentschaft | Präsidentschaftskandidat | Steuer
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