Malta bietet die EU-Staatsbürgerschaft für 650.000 Euro an. Das hat das Parlament beschlossen. Ministerpräsident Joseph Muscat gab an, damit die Einnahmen des Landes verbessern zu wollen und wohlhabende Menschen auf den Inselstaat zu locken. 

Muscat geht davon aus, dass die Regierung im ersten Jahr mit dem Verkauf von rund 45 Staatsbürgerschaften etwa 30 Millionen Euro einnehmen wird. Das mit der Umsetzung betraute Unternehmen rechnet pro Jahr mit 200 bis 300 Bewerbungen. Malta ist Mitglied der EU und des Schengen-Raums. Der Regierung zufolge sollen Bewerber überprüft und so Kriminelle ausgeschlossen werden.

Die Opposition hat die Pläne scharf kritisiert. Sie bemängelt, dass Bewerber nicht in Malta wohnen müssen und auch nicht zu Investitionen auf der Insel gezwungen werden. Die Nationalistische Partei fürchtet deshalb, dass Malta bald mit Steuerparadiesen in der Karibik verglichen wird, und schließt ein Referendum gegen den Verkauf nicht aus.

Andere EU-Staaten verfolgen ähnliche Pläne. Etwa Portugal: Jeder, der eine portugiesische Immobilie kauft, hat die Chance, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, nicht nur für Portugal, sondern für ganz Europa. "Goldenes Visum" wird das Gesetz genannt, das die Regierung von Portugals Staatschef Aníbal Cavaco Silva im Oktober 2012 verabschiedet hat.