Japan und Russland wollen militärisch enger zusammenarbeiten. Das gaben die Außen- und Verteidigungsminister beider Nationen nach einem Treffen in Tokio bekannt. Sie erklärten, beide Länder planten künftig gemeinsame Marinemanöver, um Terrorismus und Piraterie zu bekämpfen. 

Die Minister kündigten auch japanisch-russische Gespräche zur Cyber-Sicherheit an. Außerdem wolle man die Zusammenarbeit in den regionalen Sicherheitsgremien enger aufeinander abstimmen und bei der Erschließung neuer Energiequellen kooperieren. Dabei geht es offenbar vor allem um Flüssiggas.

In der Erklärung betonten beide Seiten den friedlichen Charakter ihrer Kooperation. Sie solle Frieden und Stabilität der Asien-Pazifik-Region bewahren und richte sich nicht gegen bestehende Bündnisse, könne aber helfen, dem Terrorismus und den Atomdrohungen Nordkoreas besser zu begegnen.

Japan versucht seit einigen Monaten, in der Außenpolitik aktiver zu werden und in der Welt eine größere Rolle zu spielen. Russland seinerseits hat Interesse an mehr Handel mit Asien und an einem Gegengewicht zur Regionalmacht China.

Gemeinsame Außenpolitik trotz Territorialstreitigkeiten

An den eintägigen Beratungen in der japanischen Hauptstadt nahmen die Außenminister Fumio Kishida und Sergej Lawrow sowie die Verteidigungsminister Itsunori Onodera und Sergej Schoigu teil. Japan und Russland unterhalten intensive Handelsbeziehungen. Kishida sagte, der Handel zwischen beiden Ländern habe vergangenes Jahr einen Rekordwert von umgerechnet rund 24,5 Milliarden Euro erreicht und werde dieses Jahr weiter wachsen. 

Das diplomatische Verhältnis beider Länder ist aber von anhaltenden Territorialstreitigkeiten geprägt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schlossen Russland und Japan nie einen Friedensvertrag. Haupthindernis ist der Streit um eine Inselgruppe, die Russland als Südkurilen, Japan als Nördliche Territorien bezeichnet. Russland hat zudem Bedenken gegen die japanische Beteiligung am US-Raketenabwehrprogramm geäußert.