Papst Franziskus und der russische Präsident Wladimir Putin haben zu einer diplomatischen Lösung des syrischen Bürgerkriegs aufgerufen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche und Putin sprachen sich für Verhandlungen aus, in die die verschiedenen ethischen und religiösen Gruppen mit einbezogen werden. Das teilte der Sprecher des Papstes Frederico Lombardi nach Putins Privataudienz im Vatikan mit.

Putin habe sich beim Papst zudem für einen Brief bedankt, den dieser im Rahmen des G20-Gipfels in St. Petersburg geschrieben und in dem er sich gegen eine militärische Intervention in Syrien ausgesprochen hatte.

Themen des Treffens waren laut Lombardi vor allem die Lage im Nahen Osten, die Situation der Christen, die Förderung des Wertes der persönlichen Würde sowie der Schutz des menschlichen Lebens und der Familie. 

Wladimir Putin, der von seinem Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu begleitet wurde, soll 45 Minuten zu spät zu der privaten Audienz gekommen sein. Zum Abschluss des Treffens küssten der Papst und Putin in einem symbolischen Akt die Reproduktion einer berühmten russischen Madonna, die Putin als Geschenk mitgebracht hatte.

Russland ist neben China und dem Iran ein Verbündeter des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und liefert Waffen an die syrischen Regierungstruppen. Außerdem hat das Land Kriegsschiffe in die Region verlegt. Putin wurde für seine Syrienpolitik von westlichen Staaten kritisiert.