Während in der Ukraine neue Massenproteste stattfinden, verzichtet die EU-Kommission darauf, weiter an dem geplanten Assoziierungsabkommen mit dem Land zu arbeiten. Es gebe von Staatschef Viktor Janukowitsch kein "klares Bekenntnis" dazu, den Vertrag unterschreiben zu wollen, schrieb EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle bei Twitter zur Begründung. Aus Kiew sei diesbezüglich "keine Antwort" eingegangen.


In der ukrainischen Hauptstadt Kiew versammelten sich am Sonntag erneut Zehntausende Gegner Janukowitschs und seiner Regierung zu einem Massenprotest. Nach Schätzung der Nachrichtenagentur AFP kamen bis zum Mittag mindestens 200.000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum zusammen. Auch Unterstützer Janukowitschs wollen demonstrieren.

Am Samstag hatten Zehntausende in Kiew für und gegen die ukrainische Regierung demonstriert. Die Massenproteste hatten begonnen, nachdem Janukowitsch Ende November das mit der EU ausgehandelte Assoziierungsabkommen offenbar auf Druck Russlands kurz vor der geplanten Unterzeichnung auf Eis gelegt hatte. Seither gab es weitere, bisher ergebnislose Verhandlungen, unter anderem mit dem Oppositionspolitiker und ehemaligem Box-Weltmeister Vitali Klitschko.