Nach tödlichen Schüssen auf einen Israeli hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert, wie eine Armeesprecherin bestätigte. Dabei wurde nach Angaben einer palästinensischen Klinik ein vierjähriges Mädchen getötet und mehrere Menschen verletzt. Die Angriffe richteten sich offenbar gegen Trainingszentren der im Gazastreifen herrschenden Hamas-Organisation in Chan Junis. Augenzeugen berichteten von mindestens zwölf Luftschlägen. Aus Furcht vor weiteren Angriffen räumte die Hamas die meisten ihrer Einrichtungen.

Zuvor hatte ein palästinensischer Scharfschütze aus dem Gazastreifen heraus tödliche Schüsse auf einen Israeli abgefeuert. Der Zivilist sei dabei gewesen, im Auftrag der Armee einen Teil des Grenzzauns zu reparieren, sagte die Sprecherin.

Die radikale Palästinensergruppe Volkswiderstandskomitee bekannte sich zu dem Anschlag auf den Israeli. Er wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er an den Folgen seiner Verletzungen. Nach Angaben von Sanitätern wurde ein Palästinenser später in Grenznähe durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

"Nicht einfach zur Tagesordnung übergehen"

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der sich während des Anschlags in dem nahe gelegenen Grenzort Sderot aufhielt, sprach von einem "sehr schwerwiegenden Vorfall". Israel werde "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen" und hart reagieren.

"Es hat zuletzt mehr Anschlagversuche gegeben", sagte Netanjahu zuvor nach Angaben der Nachrichtensite Ynet. "Stehen wir vor einem neuen Palästinenseraufstand?" Israel werde mit aller Härte gegen jeden Angreifer vorgehen, "damit jeder, der uns attackieren will, es sich vorher zweimal überlegt".

Zuletzt hatte es in der Tat einen Anstieg von Gewalttaten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt gegeben. Am Montag verletzte ein mutmaßlich palästinensischer Täter einen Polizisten im Westjordanland mit einem Messer. Am Sonntag war in einem Stadtbus in der Nähe von Tel Aviv eine Bombe explodiert, dabei wurde allerdings niemand verletzt. Die Polizei vermutet militante Palästinenser hinter der Tat.