EU-Justizkommissarin Viviane Reding will nicht zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi reisen. Sie werde da "sicherlich nicht" hinfahren, "solange Minderheiten so behandelt werden wie unter der derzeitigen russischen Gesetzgebung", schrieb Reding auf Twitter. Die Luxemburgerin ist auch Vizepräsidentin der Europäischen Kommission.

Am Sonntag hatte eine Sprecherin von Bundespräsident Joachim Gauck einen Medienbericht bestätigt, wonach dieser im Februar nicht zu den Winterspielen nach Sotschi reist. An den Spekulationen über die Gründe für diese Entscheidung wollte sie sich nicht beteiligen. Russische Medien werteten Gaucks Ankündigung am Montag als Boykott.

Der Spiegel hatte im August unter Berufung auf das Kanzleramt berichtet, Angela Merkel (CDU) lehne einen Boykott ab. Ob und wie die Bundeskanzlerin das Sportereignis besuchen wird, blieb zunächst offen.

Russland steht unter anderem wegen seines Anti-Homosexuellen-Gesetzes und wegen der Unterdrückung der Opposition international in der Kritik. Bürgerrechtler riefen Sportler und Politiker wiederholt zu einem Boykott des Sportereignisses auf, um ein Zeichen gegen die Politik von Präsident Wladimir Putin zu setzen.