Pawel Lebedew wird von einem Sicherheitsmann zu Boden gezwungen © Andrei Nasonov/dpa

Ein homosexueller Aktivist ist beim olympischen Fackellauf in Russland festgenommen worden, weil er eine Regenbogenfahne zeigte. Freunde von Pawel Lebedew haben Fotos ins Internet gestellt, die zeigen, wie Lebedew mit der Fahne von Sicherheitsleuten überwältigt wird. Der Vorfall ereignete sich in Woronesch, gut 900 Kilometer nördlich von Sotschi, wo die Olympischen Winterspiele am 7. Februar beginnen.

Die Sicherheitsleute warfen Lebedew in den Schnee und hielten ihn fest, bis er von Polizisten verhaftet wurde. Lebedew sagte der Nachrichtenagentur AP am Telefon, er sei in Gewahrsam und werde vernommen.

Mit seiner Aktion habe er gegen die wachsende Homophobie in Russland demonstrieren wollen, sagte Lebedew. "Gastgeber der Spiele zu sein steht im Widerspruch zu den Grundprinzipien Olympias, nämlich die Toleranz zu fördern."

Präsident Wladimir Putin hat im vergangenen Juni per Gesetz die Werbung für "nicht traditionelle sexuelle Beziehungen" verboten. International wurde dies als Diskriminierung Homosexueller kritisiert. Bei den Winterspielen in Sotschi sind per Präsidentenerlass Kundgebungen nur an Orten erlaubt, die vorher vom Innenministerium festgelegt wurden.