Russlands Präsident Wladimir Putin hat am Neujahrstag Überlebende der Anschläge von Wolgograd im Krankenhaus besucht. Es gebe keinerlei Rechtfertigung für die "scheußlichen Verbrechen" gegen Zivilisten, vor allem gegen Frauen und Kinder, sagte er laut der Agentur Interfax. 

Putin nahm in der südrussischen Stadt an einem Treffen mit den Chefs des Inlandsgeheimdiensts FSB und des Innenministeriums teil. Dabei sei es um Bemühungen zur Terrorismusbekämpfung gegangen, teilte der Kreml mit. Außerdem habe er in der Stadt am Rande des Nordkaukasus rote Rosen an der Stelle niedergelegt, an der zwei Tage zuvor eine Bombe einen Linienbus zerfetzt hatte.

In Wolgograd waren binnen 24 Stunden insgesamt mehr als 30 Menschen bei zwei Anschlägen getötet worden. Im Verdacht stehen islamistische Rebellen. Der tschetschenische Rebellenführers Doku Umarow hatte damit gedroht, mit allen Mitteln die im Februar anstehenden Olympischen Winterspiele im etwa 700 Kilometer entfernten Sotschi verhindern zu wollen. Bekannt hat sich zu den Taten bislang allerdings niemand.

In seiner Neujahrsansprache hatte Putin einen entschiedenen und unnachgiebigen "Kampf gegen Terroristen bis zu deren vollständigen Ausradierung" angekündigt. Nach den Anschlägen wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Wolgograd verschärft. Die Behörden strichen dort Massenveranstaltungen zu Neujahr, Kinos wurden bis Donnerstag geschlossen.