Ein Kämpfer der Freien Syrischen Armee in einer Wohnung bei Damaskus © Goran Tomasevic/Reuters

Die USA liefern nach Informationen aus amerikanischen und europäischen Sicherheitskreisen leichte Waffen an syrische Rebellen im Süden des Landes. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Finanzierung der Rüstungslieferungen seien vom US-Kongress in geheimen Abstimmungen gebilligt worden.

Zu den Waffen, die über Jordanien an nicht-islamistische Rebellen geschickt würden, gehören den Informationen zufolge leichte Infanteriewaffen, aber auch Panzerabwehrraketen. Tragbare Luftabwehrraketen, die von der Schulter abgefeuert werden können, sollen nicht zu den Lieferungen gehören.

Im vergangenen Jahr hatte der US-Kongress Waffenlieferungen an syrische Rebellen noch blockiert. Die Abgeordneten befürchteten, dass die Waffen in die Hände islamischer Extremisten geraten könnten. Mittlerweile habe sich bei Sicherheitsexperten die Überzeugung durchgesetzt, dass dies nicht geschehen werde, verlautete aus Kreisen, die mit den Vorgängen vertraut sind.

Der Bürgerkrieg in Syrien steckt in einer Pattsituation. Weder die Truppen von Präsident Baschar al-Assad noch die Rebellen sind in der Lage, ihre Gegner entscheidend zu schlagen. Diese Lage könnte nach Einschätzung von Experten noch längere Zeit anhalten. In dem dreijährigen Konflikt sind Schätzungen zufolge mehr als 130.000 Menschen getötet worden. In Genf verhandeln Vertreter der Opposition und der Regierung von Präsident Baschar al-Assad derzeit über Wege, den Bürgerkrieg beizulegen.  

US-Botschafterin Power zieht Holocaust-Vergleich

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, rief Russland auf, seinen Einfluss auf die syrische Regierung zu nutzen, um humanitäre Hilfe für die Menschen in den belagerten Städten zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang bemühte sie am internationalen Holocaust-Gedenktag einen historischen Vergleich: So wie russische Soldaten im Jahr 1945 das Konzentrationslager Auschwitz befreit hätten, benötige die Welt nun den russischen Einfluss, damit die verzweifelten und hungernden Menschen in der Stadt Homs, den Vororten von Damaskus oder anderswo mit Lebensmitteln versorgt werden könnten, sagte sie.

"Die Schrecken des Holocausts haben keinen Vergleich, aber die Welt sieht sich immer weiter mit Verbrechen konfrontiert, die das Bewusstsein erschüttern", sagte Power weiter. Die russische UN-Vertretung kritisierte ihren Hinweis auf den Holocaust als völlig unangebracht.

Genfer Syrien-Gespräche gehen weiter

In Genf werden am heutigen Dienstag die Gespräche zum Syrien-Konflikt fortgesetzt. Der Streit um die Bildung einer Übergangsregierung hatte die Gespräche ins Stocken gebracht. UN-Vermittler Lakhdar Brahimi sagte: "Wir werden weitermachen und sehen, ob und wann Fortschritte gemacht werden können." Seine Hoffnung sei, "dass die syrischen Brüder auf beiden Seiten an ihr Volk denken und versuchen, so viele Fortschritte wie möglich zu machen".