Die türkische Staatsanwaltschaft hat 36 Teilnehmer der Gezi-Park-Proteste vom vergangenen Sommer wegen Terrorismus angeklagt. Dies berichtete die Zeitung Hürriyet unter Berufung auf die Anklageschrift. 

Demnach wird ihnen unter anderem Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe, Terrorpropaganda und der illegale Besitz gefährlicher Gegenstände vorgeworfen. Im Fall einer Verurteilung drohen den Beschuldigten zwischen drei und 58 Jahren Haft.

Insgesamt seien 255 Demonstranten angeklagt worden, darunter sieben Ausländer. Eine erste Anhörung soll laut Hürriyet Anfang Mai stattfinden.

Die Demonstrationen hatten im Juni als Protest gegen ein Bauvorhaben im zentralen Istanbuler Gezi-Park begonnen. Angesichts des brutalen Vorgehens der Polizei und der harten Haltung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan weiteten sich die Proteste im Laufe des Sommers aber rasch aufs ganze Land aus und richteten sich dabei zunehmend gegen die Regierung.