Der schwer misshandelte ukrainische Oppositionsaktivist Dmitri Bulatow wird nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax unter Hausarrest gestellt. Die Agentur beruft sich dabei auf das ukrainische Innenministerium.

Bulatow werde seit dem 24. Januar als "Verdächtiger" im Zusammenhang mit der "Organisation massiver Unruhen" gesucht. An Stelle von Untersuchungshaft habe der Untersuchungsrichter jedoch aus Rücksicht auf Bulatows schwere Verletzungen nur Hausarrest beantragt.   

Bulatow war mehr als eine Woche nachdem er als vermisst gemeldet worden war, am Donnerstag schwer verletzt in einem Dorf außerhalb Kiews aufgetaucht. Im ukrainischen Fernsehen schilderte er, wie er von Unbekannten verschleppt und gefoltert worden sei. Seine Entführer hätten ihm ein Ohr abgeschnitten, sagte Bulatow.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte zuvor den ukrainischen Außenminister Leonid Koschara, nach Angaben aus Steinmeiers Umfeld, am Rande der Sicherheitskonferenz in München aufgefordert, Bulatow nicht an einer Ausreise nach Deutschland zu hindern, falls Bulatow in Deutschland behandelt werden wolle.

Beratungen auf der Sicherheitskonferenz

Die ukrainische Opposition hat den Westen am Rande der Konferenz in München zu mehr Unterstützung in der Auseinandersetzung mit Präsident Viktor Janukowitsch aufgerufen. "Wir brauchen nicht nur Erklärungen, sondern Taten – einen Plan, wie wir das Problem lösen und die Gewalt beenden können", sagte Arseni Jazenjuk, der Vorsitzende der Partei der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julija Timoschenko. 

Er war einer von mehreren ukrainischen Oppositionellen, die sich dort mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton trafen und am Samstag auch mit US-Außenminister John Kerry zusammenkommen sollten. Auch Oppositionspolitiker Vitali Klitschko ist am späten Freitagabend in München eingetroffen.