UkraineFür Janukowitsch zählt nur der Klan

Welche Ziele verfolgt Janukowitsch? Ob die Ukraine nach Europa steuert oder sich an Russland bindet – das interessiert den Präsidenten kaum. Ihm geht es nur um die Macht. von , Moskau

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch  |  © AFP/Getty Images

Für einen Tag zumindest hat sich das politische Drama in der Ukraine von der Straße ins Parlament zurück verlagert: Seit Dienstagvormittag versuchten die Abgeordneten, die Gefahr eines Bürgerkriegs zwischen den Anhängern des Präsidenten Viktor Janukowitsch und der Opposition zu mindern. Als erstes Manöver zur Besänftigung der Protestler erklärte Premierminister Mykola Asarow seinen Rücktritt.

Zwar ist der Regierungschef in der präsidialen Republik Ukraine nur ein Ausführender an der Leine des Präsidenten. Aber die Nachricht signalisierte ein Entgegenkommen Janukowitschs. "Das ist nicht der Sieg, aber ein Schritt dahin", sagte Vitali Klitschko, einer der drei Oppositionsführer. Dann nahmen die Abgeordneten die meisten der Gesetze zurück, mit denen sie vor knapp zwei Wochen die demokratischen Freiheiten der Bürger erheblich eingeschränkt hatten. Eine Brise Entspannung wehte über die Kiewer Barrikaden.

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Der politische Kompromiss ist im Gegensatz zu anderen früheren Sowjetrepubliken ein traditionelles Mittel der Politik in der Ukraine. Das Land ist wegen der unterschiedlich geprägten östlichen und westlichen Landesteile und der Vielstimmigkeit seiner Elite an Polarisierung gewöhnt. Zumindest während der ersten 20 Jahre der Unabhängigkeit wollte keine der streitenden Gruppen die Auseinandersetzung zu weit treiben – vielleicht auch nur aus Angst vor späterer Rache. Auch das Gefängnis als Aufbewahrungsort für den politischen Gegner galt mit kleinen Ausnahmen als tabu.

Das hat sich mit der Amtszeit Janukowitschs seit 2010 geändert. Seine Widersacherin Julija Timoschenko wurde unter fadenscheiniger Anschuldigung zu sieben Jahren Haft verurteilt. Viele ihrer Gefolgsleute verschwanden hinter Gittern. Janukowitsch hatte neue Spielregeln eingeführt auf dem Weg zum unangefochtenen Herrscher im Land – und die letzten Hoffnungen auf eine demokratische Entwicklung enttäuscht.

Anlass zu diesen Hoffnungen gab es tatsächlich. Viele Ukrainer, die sich vor der Präsidentschaftswahl 2010 von Timoschenkos Machtgier und Populismus abgestoßen fühlten, stimmten für Janukowitsch als das kleinere Übel. Immerhin schien er gewandelt: Nach seinem Scheitern gegen die orangefarbenen Revolutionäre Ende 2004 holte er sich die Hilfe amerikanischer Imageberater, redete proeuropäisch und erkannte sogar Wahlniederlagen an.

War das die Wiedergeburt als Demokrat jenes bulligen Mannes mit Rechtschreibschwäche, der im Kumpelmilieu der Bergarbeiterregion Donbass groß geworden war, wo der Kult des starken Anführers herrscht? Des Vertreters der Komsomolzengeneration, die alle Doppelmoral des kommunistischen Systems durchschaute und sich dank des eingeübten Zynismus auch im wilden Nachwendekapitalismus zurechtfand? Des Mannes, der beim Treffen mit einem deutschen Staatssekretär in Anspielung an Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, in der Ukraine kämen Frauen als Staatsführerinnen wirklich nicht infrage? Die Wandlung schien für kurze Zeit denkbar.     

Mächtiger als alle seine Vorgänger

Zwar schloss Janukowitsch nach seinem Wahlsieg mit Russland einen Vertrag ab, der der russischen Schwarzmeerflotte für weitere 25 Jahre einen Heimathafen auf der Krim gewährt. Aber zugleich beschwor er seine Entschlossenheit, die Ukraine der Europäischen Union anzunähern. Noch blieben seine außenpolitischen Botschaften widersprüchlich. Im Inneren dagegen raffte er so viel Vollmachten zusammen, wie sie keiner seiner Vorgänger je hatte.

Die Präsidialverwaltung wurde zum obersten Hort aller Macht in der Ukraine. Dem Parlament, dem Premierminister und der Regierung stutzte er die Befugnisse. Journalisten wurden gegängelt. Was Janukowitsch von örtlicher Selbstverwaltung hielt, offenbarte er bei einem Besuch in der Westukraine: "Wie kann ein Bürgermeister in Opposition stehen?", fragte er und fügte hinzu: "Ich würde ihm den Kopf abdrehen." Das Verfassungsgericht, die Zentralbank und die Staatsanwaltschaft verloren zunehmend ihre Unabhängigkeit. Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka verkündete: "Ich gehöre zu Janukowitschs Team und setze alle Entscheidungen des Präsidenten um."

Leserkommentare
  1. einiger Eu.Politikerin nicht passt , dennoch bevor man Panzer in die UKraine schickt sollte man sich erinnern dass die Demokratische Instrumenten nicht unbedingt in Krawallen enden müssen , es gibt nämlich das Instrument der VOLKSUMFRAGE /REFERENDUM , warum nimmt kein EU-POlitiker dieses Wort in dem MUnd ?
    Haben unsere EU-POlitiker vielleicht Angst ihre Posten zu verlieren ?
    Stellt Euch vor jedes Land Europas will über manche Entscheidungen plötzlich , wie die Ukrainer auch, mitwählen , für die Etablierte Politik eine Katastrophe. Die Arroganz diese Etablierten Parteien werden auch sie im Mai die Rechnung bekommen , ein Schuss vor dem Bug ist ab und zu wichtig .

    11 Leserempfehlungen
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    Immerhin glauben (nach einer Umfrage) 56% der Ukrainer, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion für sie Nachteile gebracht hat.
    http://rt.com/news/ussr-collapse-mistake-poll-585/

    Zu Timoschenko in ZON, bevor man sie zur Ikone des Westens gemacht hat:

    "...Die einstige Revolutionsantreiberin Juschtschenkos, Julija Timoschenko, ist ihre eigene Oligarchin. Die frühere Holding der »Gasprinzessin« machte zwischen 1995 und 1997 im Gashandel Jahresumsätze von zehn Milliarden Dollar. Ihr heutiges Vermögen wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt. Sie selbst trägt Handtaschen und Jacken aus dem Hause Louis Vuitton und bezeichnet ihren Besitz als »irgendwelche Ersparnisse«. In ihrer Partei Bjut, die ihre Hochburgen vor allem im Westen und in der Zentralukraine hält, sitzen weitere Millionäre aus der Stahl- und Spirituosenbranche...

    ...Timoschenko, die früher kurzzeitig im Gefängnis saß und bereits mehrfach aus der Regierung entlassen wurde, betreibt ihre Politik als persönliches Racheprojekt. » Sie schwankt zwischen Postsozialismus und rechtem Populismus mit staatlich diktierten Benzin- und Brotpreisen als eine Art ukrainische Evita Perón«, sagt der Kiewer Politologe Wladimir Malinkowitsch. » Doch ihre wahre Ideologie ist die Rückkehr zur Macht, für die sie viele Kompromisse einginge.«"
    http://www.zeit.de/2007/16/Stahlbarone_und_Gasprinzessin

    • Otto2
    • 28. Januar 2014 19:33 Uhr

    Janukowitsch taktiert, gibt nach. Natürlich geht es ihm um seinen Klan. Das alleine erklärt aber bei Weitem nicht die komplizierte Lage im Land. Das Land ist gespalten. Korruption großen Ausmaßes gibt es in allen politischen Kräften. Was wollen z. B. die Oligarchen? Wollen wir die Typen in der EU?
    Setzen wir den Fall, die gegenwärtige Opposition setzt sich kurzfristig durch. Wer sind diese Leute? Klitschko ist in deutschen Medien DER Mann. In der Realität repräsentiert er nur eine Oppositions-Strömung in der Ukraine. Zur Opposition gehören auch höchst unappetitliche profaschistische Kräfte.
    Was könnte eine neue Regierung tun?
    Geht sie das Risiko ein, die von Janukowitsch und Putin geschlossenen Verträge zu kündigen?
    Kaum zu glauben: Für ukrainische Waren gibt es in der EU nur einen höchst begrenzten Markt.
    Russland gäbe bei Gas und Öl keinen Rabatt mehr. Die Preise werden alle 3 Monate den Weltmarkt-Preisen angepasst.
    Russland hat der Ukraine zugesagt, Schuldverschreibungen für 11 Mrd. zu kaufen. Kauft die dann die EU? Eigentlich braucht das Land sogar 20-30 Mrd.
    Janukowitsch hätte die Gelder, die das Land benötigt, wahrscheinlich lieber von EU-Ländern bekommen. Hat er aber nicht erhalten.
    Meine Bitte an die ZEIT: Schreiben Sie mehr zu der komplexen Situation im Land. Zu den wirtschaftlichen Gegebenheiten usw.
    Letzte Frage: Warum hört man nichts von Putin selbst? Möglicherweise ist der gar nicht beunruhigt.

    bestimmt noch daran erinnern wie die EU zB. auch Frau Merkel reagiert haben - Auf das Ansinnen der griechischen Regierung eine Volksbefragung zur Finanzkrise Griechenlands durch zu führen.
    Dieses zu Volksbefragung - Mehr brauch man dazu nicht zu sagen.

    Die Demonstrationen weiten sich in den östlichen Teil der Ukraine aus.
    https://twitter.com/EuromaidanPR/status/428289594061123585/photo/1/large

    Er kann im Parlament keine Mehrheit für einen Ausnahmezustand erreichen. Der Standard schreibt von 50 Abgeordneten, die dem reichsten Mann der Ukraine Rinat Achmetov folgen.
    http://derstandard.at/1389858538064/Wir-bleiben-hier-bis-Janukowitsch-zu...
    Mit den 50 kontrollierten Abgeordneten entscheidet Achmetov über die Mehrheit im Parlament. Wenn sie mit den drei Oppositionsparteien stimmen, haben sie die Parlamentsmehrheit!

    Achmetov hatte schon am 13/12/2013 Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition gefordert. Als Unternehmer wird er mit jeder Regierung leben können, die ihm seine Geschäftstätigkeit sichert.
    http://t.co/V0HEVKiVJo

    Voices of Ukraine erwähnt inoffizielle Details des Journalisten Serhiy Leshchenko aus drei unabhängigen Quellen. Demnach sollen ukrainische Firmen Finanzierungsprobleme in der Schweiz haben. Dafür wären keine Sanktionen, sondern vielmehr bankinterne Risikoeinschätzungen verantwortlich. Davon sei auch Achmetovs Firma Metinvest betroffen.
    http://maidantranslations.wordpress.com/2014/01/28/todays-de-escalation-...

    Das würde die Entscheidungen der letzten Tage erklären!

    Vielleicht wird diese Meldung in den nächsten Tagen von schweizerischen oder anderen Zeitungen bestätigt.

    Und in Ost-Deutschland wollen über 50% die Mauer wieder und die DDR auch :D.......

    So viel wie Sie hier die DDR haben wollen, so ist es in der Ukraine mit der CCCP.

    Ich will nicht wissen, wie viele Menschen Achmetov auf dem Gewissen hat, es sind aber sicher mehr als die 6 oder 7 bei den Demos getöteten Leute.

    Zu Timoschenko: Wieso steckte man den de Maizière nicht ins Gefängnis, weil er mit dem Drohnen-Deal Schaden für Deutschland verursacht hat? Genau so hat man es mit Timoschenko wegen einem Gas-Deal mit Russland gemacht.

    • NoG
    • 28. Januar 2014 18:40 Uhr

    "Seine Widersacherin Julia Timoschenko wurde unter fadenscheiniger Anschuldigung zu sieben Jahren Haft verurteilt."

    wiki sagt dazu:

    "Ein zweites Verfahren wurde nach Veröffentlichung eines Berichts von US-amerikanischen Anwaltsfirmen eingeleitet. Sie hatten die zweite Regierungszeit Tymoschenkos untersucht und Hinweise auf den Missbrauch öffentlicher Gelder, Betrug und Geldwäsche durch Beamte, mehrere Ministerien und private Unternehmen festgehalten."

    Deshalb habe ich an der Stelle aufgehört zu lesen. Ich denke bei dem Thema Ukraine wird man auf ZO nicht objektiv informiert.

    39 Leserempfehlungen
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    <em>Anlass zu diesen Hoffnungen gab es tatsächlich. Viele Ukrainer, die sich vor der Präsidentschaftswahl 2010 von Timoschenkos Machtgier und Populismus abgestoßen fühlten, stimmten für Janukowitsch als das kleinere Übel. </em>

    Immerhin schreibt der Artikel auch sowas hier, was man in unseren Medien über Frau Goldlocke sehr selten liest. Das oligarchische System war unter Timoschenko nämlich genauso schlimm, wenn nicht schlimmer. Und die Dame hat sich mal richtig die Taschen voll gemacht. Mit voller Rückendeckung der USA und EU-Politik.

    • Nissing
    • 28. Januar 2014 19:12 Uhr

    "Ich denke bei dem Thema Ukraine wird man auf ZO nicht objektiv informiert."

    Dafür ist hier aber bei allen übrigen Themen alles extrem sachlich, objektiv und informativ.

    dass so viele Teilnehmer am Zeit Online Forum ganz anderer Ansicht sind als die Redaktion...

  2. 'dennoch bevor man Panzer in die UKraine schickt '

    Das steht derzeit ueberhaupt nicht zur Debatte.

    Die Frage stellt sich vielmehr, inwieweit die Solidaritaet zwischen europaeischen Demokraten gehen muss, kann und darf, wenn ein Tyrann und sein Clan mit Panzern und Hubschraubern auf Demonstranten schiessen laesst, was in der Ukraine zwar noch nicht geschehen ist, aber doch jederzeit passieren koennte
    .
    So geschehen am Platz des Himmlischen Friedens in China, und in Benghasi. Die Reaktionen der Weltgemeinschaft fielen ausgespochen unterschiedlich aus.
    Eine weitgehende Nichteinmischung, so wie im Falle Chinas, kann Europa sich jedoch nicht leisten.

    Eine schnelle Loesung des Konfliktes liegt in unserem ureigenen Interesse, so dass es zu einer militaerischen Eskalation nicht kommen kann.

    7 Leserempfehlungen
    • Attox
    • 28. Januar 2014 18:51 Uhr

    eigentlich diese autoritären Kommentare von den ganzen westeuropäischen Sofahelden die hier mittlerweile zuhauf auftauchen?

    Nur mal zur Info, der nette Herr Janukowitsch saß in seinem Leben bereits zwei mal für Raub im Gefängnis, und wurde wiederholt während seiner Amtszeit der Dokumentenfälschung verdächtigt. Vermutlich ist die Hälfte der Abgeordneten gekauft oder korrupt, und die Polizei wirft mittlerweile selbst mit Molotow - Cocktails
    (http://d.ibtimes.co.uk/en/full/1358616/police-throw-petrol-bomb-ukraine.jpg)

    "Dann wählt doch jemand anderes" das ist die Ukraine, nicht Dänemark. Die Wahlen sind vermutlich manipuliert und ein bedeutender Teil der Bevölkerung ist durch niedrige Bildung und soziale Verwerfungen radikalisiert und nationalisiert, und dem Regime hörig.

    Dafür, dass der Mauerfall gerade mal etwas mehr als zwei Jahrzehnte her ist, ist es wirklich erschreckend wie Obrigkeitshörig so mancher hier schon wieder ist.

    17 Leserempfehlungen
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    • NoG
    • 28. Januar 2014 19:03 Uhr

    "Nur mal zur Info, der nette Herr Janukowitsch saß in seinem Leben bereits zwei mal für Raub im Gefängnis, und wurde wiederholt während seiner Amtszeit der Dokumentenfälschung verdächtigt. Vermutlich ist die Hälfte der Abgeordneten gekauft oder korrupt,

    Zu den Vorstrafen Janukowitschs sagt wiki:

    " Im Dezember 1967 und im Juni 1970 wurde Wiktor Janukowytsch einmal wegen Diebstahls und einmal wegen Körperverletzung zu Haftstrafen verurteilt."

    Kein Ruhmesblatt, aber sie wissen schon auf welcher Stufe Raub steht?
    Das sollte man nicht so pauschal in die Runde werfen.

    Ihre Vermutungen und Verdächtigungen sind hoffentlich genauer?
    Gern dürfen sie hier beweisführende Links posten.

    Attox hat aber durchaus recht. Hier tauchen teilweise weltfremd-naive Kommentare auf, die, ausser belehrend zu sein, weder gehaltvoll noch geistreich sind, sondern vorverurteilend und bestenfalls schadenfreudig und boshaft zu nennen sind.
    Dabei sind die Anmerkungen von Attox berechtigt: die Ukraine ist nach 20 Jahren (mehr oder weniger grosser) Unabhängigkeit noch kein "Idealstaat" nach (west-)europäischem Masstab.
    Aber die Menschen, der grösste Teil des Volkes, ist es leid, zuzusehen, wie sich ein korrupter Staats- und Machtapparat gierig bedient und das Volk ökonomisch ausbluten lässt. Janukowitsch ist innert drei Jahren (!!) zu einem der reichsten Männer des Landes "aufgestiegen", sein Sohn ist innerhalb eines (!) Jahres zum Oligarchen geworden...
    Korruption und Vetternwirtschaft gibt es auch bei uns im Westen, aber demokratische Strukturen mit einer stabilen und - mehr oder weniger - gerechten Justiz gibt es in der mit Willkür geführten Ukraine zur Zeit bei weitem nicht. Janukowitsch muss weg - nicht um neuen Aasgeiern Tür und Tor zu öffnen - nein, dem Volk zuliebe. Ob Klitschko, ob Jatzenjuk oder Timoschenko die Nachfolge anträte, spielt eine untergeordnete Rolle. Freie, kontrollierte Wahlen (pol. Beobachter) nach westl. Standard und eine radikale Reform (Tabula Rasa), nicht allein der Gesetze, sondern vor allem der Strukturen, führten die Ukraine zu mehr Freiheit und Demokratie. Nicht die EU und deren Milliarden sind es, was die Ukrainer wollen, sondern deren Werte.

    Ich habe schon gedacht, ich bin der einzigste, der so denkt wie Sie! Danke!

    • Vorona
    • 29. Januar 2014 10:07 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/sam

    • polymed
    • 29. Januar 2014 12:28 Uhr

    ...Die Wahlen sind vermutlich manipuliert und ein bedeutender Teil der Bevölkerung ist durch niedrige Bildung und soziale Verwerfungen radikalisiert und nationalisiert, und dem Regime hörig. ...
    Und mit einer neuen Regierung, die nicht durch "vermutlich manipulierte" Wahlen, sondern mit Gewalt an die Macht gekommen sein wird, sind die Menschen in der Ukraine dann plötzlich mündige Menschen mit hoher Bildung und dem Regieme nicht hörig. Zum Glück haben wir Menschen im Ausland, die es besser wissen, was sich für die Ukraine gehört. Am deutschen Wesen ...
    Warum verachten Sie die Menschen in der Ukraine?

  3. Bereicherung der Amtsinhaber und Umfeld aus.
    Vom Autor deutlichst nicht erwähnt wird aber nicht,
    dass die Timoschenko eben kein Stück besser war.
    Weger ihrer korrupten Gasdeals mit Russland sind in ihrer Amtszeit Menschen erfroren im Winter. Wie ihre geheimen und sicherlich auch prunkvollen Domizils aussehen, bleibt auch aussen vor.
    Fest steht dass sie sich sehr satt auch bereichert hat, ihr Nummernkonto
    in der Schweiz ist immer noch existent.
    Umsonst wurde sie nicht wiedergewählt.

    Ich frage mich was denn die Ukrainer lieber gemocht hätten ? Zu merken dass der Staat bankrott ist ? oder mit Russlands Hilfe wenigstens das nötigste zu haben und über den Winter zu kommen.
    Die EU war nicht mal ansatzweise bereit groß einzuspringen als Sponsor.
    1 Millrd. als Zusage für so ein Riesenland war wohl echt ein Hohn für Janukovich.

    Jetzt mit großteils faschistischen Kräften einen positiven Regimewechsel zustande zu bringen, scheint mir für die Zukunft des Landes nicht sehr dienlich.
    Was will man denn dann mit so einem Haufen Faschos in einer Regierung ?

    Das sollte Klitschko, oder besser doch gleich Merkel mal beantworten.

    18 Leserempfehlungen
  4. "Es ist selten, dass die demagogischen Methoden des Imperialismus unter die Lupe genommen werden. Das gilt für die Farbrevolutionen im Umfeld Russlands. Noch seltener ist dies für den so genannten "Arabischen Frühling", eine Operation, mit der der US-Imperialismus die fehlenden Bausteine Nordafrikas und des Nahen Ostens an sich reißt. Am 16.12.2013 ist im russischen online-Journal strategic-culture.org ein Artikel erschienen, wie er selten ist. Er stammt von Wayne Madsen, einem US-amerikanischen Journalisten, der in einer Vielzahl von Publikationen der Herrschaftsmedien als auch alternativer Medien veröffentlicht hat. "Luftpost", eine website mit "Friedenspolitischen Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein" hat ihn ins deutsche übersetzt. Wir geben ihn hier mit freundlicher Genehmigung wieder.":

    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19864

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    Also auf russische Quellen würde ich mich an Ihrer Stelle beim Thema Ukraine nicht verlassen. DIese können alles sein, bloß nicht objektiv ;-)

  5. Immerhin glauben (nach einer Umfrage) 56% der Ukrainer, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion für sie Nachteile gebracht hat.
    http://rt.com/news/ussr-collapse-mistake-poll-585/

    Zu Timoschenko in ZON, bevor man sie zur Ikone des Westens gemacht hat:

    "...Die einstige Revolutionsantreiberin Juschtschenkos, Julija Timoschenko, ist ihre eigene Oligarchin. Die frühere Holding der »Gasprinzessin« machte zwischen 1995 und 1997 im Gashandel Jahresumsätze von zehn Milliarden Dollar. Ihr heutiges Vermögen wird auf mehrere Hundert Millionen Dollar geschätzt. Sie selbst trägt Handtaschen und Jacken aus dem Hause Louis Vuitton und bezeichnet ihren Besitz als »irgendwelche Ersparnisse«. In ihrer Partei Bjut, die ihre Hochburgen vor allem im Westen und in der Zentralukraine hält, sitzen weitere Millionäre aus der Stahl- und Spirituosenbranche...

    ...Timoschenko, die früher kurzzeitig im Gefängnis saß und bereits mehrfach aus der Regierung entlassen wurde, betreibt ihre Politik als persönliches Racheprojekt. » Sie schwankt zwischen Postsozialismus und rechtem Populismus mit staatlich diktierten Benzin- und Brotpreisen als eine Art ukrainische Evita Perón«, sagt der Kiewer Politologe Wladimir Malinkowitsch. » Doch ihre wahre Ideologie ist die Rückkehr zur Macht, für die sie viele Kompromisse einginge.«"
    http://www.zeit.de/2007/16/Stahlbarone_und_Gasprinzessin

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    und sich mal das Ergebnis des Bürgerkrieges in Nordamerika vor Augen führen. Anstatt das Trennende der einzelnen Regionen hervorzuheben hat man das Bindende hervorgehoben und es ist ein Land entstanden, dass heute eine Supermacht ist - die USA.
    In Jugoslawien sowie in der UdSSR sah man nur das Trennende und es sind Länder entstanden die zum "Spielball" verschiedener Interessen geworden sind. Bis auf Russland spielen diese Länder jetzt und in der Zukunft keine Rolle mehr. Wenn sie "überleben" wollen MÜSSEN sie sich der einen oder anderen Seite unterordnen.
    Ähnlich sieht es doch auch in der EU aus. Von einer EU ist nur der Name ansonsten kocht jeder sein "eigenes Süppchen" und Länder wie die USA, China und Russland sind die "lachenden Dritten".

    • lklueh
    • 28. Januar 2014 19:03 Uhr

    Danke fuer den Beitrag, er gibt schon einiges sehr gut wieder. Um aber alle Aspekte zu beleuchten wuerde eine ganze Artikelserie notwendig sein. Ich dachte gar nicht, das es doch Moskauer Korrespondenten gibt, die sich so intensiv mit der Ukraine beschaeftigen.
    Danke

    6 Leserempfehlungen
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    Sehen Sie, lklueh, wenn ein Artikel in einem deutschen Qualitätsmedium mit der Überschrift

    "Für Janukowitsch zählt nur der Klan"

    aufmacht, dann habe ICH erstmal Zweifel an der Qualität dieses Artikels.

    Und wenn dann, weiter unten, darüber phantasiert wird, dass J.

    "Widersacherin Julija Timoschenko ... unter fadenscheiniger Anschuldigung zu sieben Jahren Haft verurteilt" wurde,

    dann ist das nicht gerade angetan, dann suche ich mir einen anderen Artikel über die Ukraine.

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