Der Druck auf den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch nimmt zu. Ein Berater von Russlands Präsident Wladimir Putin hat Janukowitsch indirekt zur Niederschlagung der Proteste in seinem Land aufgefordert. "Entweder er verteidigt den ukrainischen Staat und vernichtet die Rebellion, die von Kräften aus der Finanzwelt und aus dem Ausland provoziert wird. Oder er riskiert den Machtverlust, zunehmendes Chaos und einen internen Konflikt, aus dem kein Ausweg zu sehen ist", sagte Putins Wirtschaftsberater Sergej Glasjew in einem Interview mit dem Firmenmagazin des Energieriesen Gazprom. Der vollständige Text wurde im Internet veröffentlicht.

In der Ukraine sei ein schleichender Staatsstreich im Gange, sagte Glasjew, der als Hardliner bekannt ist. Weil Janukowitsch der "Garant der Verfassung, der Sicherheit und Integrität" des Landes sei, habe er keine Wahl. Die russische Regierung wollte zu Glasjews Aussagen keine Stellung nehmen.

Auch Ramsan Kadyrow, der moskautreue Präsident Tschetscheniens, äußerte sich drastisch zu den Unruhen in der Ukraine. Er rief  Russland dazu auf, die Ukraine und Georgien "zu vernichten". Dem britischen Telgraph sagte er: "Georgien, Südossetien, die Ukraine – diese Liste könnte man noch lange fortsetzen. Das ist die persönliche Tragöde Russlands. Warum müssen wir immer leiden, wenn wir auch das, was uns stört, einfach vernichten können? Wir sind mächtig, wir haben alles: die Armee, die Technologie. Wir müssen eingreifen."

Die ukrainische Armee hatte bereits den Druck auf Präsident Janukowitsch erhöht und ihm zum Handeln gegen die Demonstranten aufgefordert. Janukowitsch solle sofort Schritte unternehmen, um die Lage im Land zu stabilisieren. Die Erstürmung öffentlicher Gebäude durch die Demonstranten sei inakzeptabel.

In der Ukraine protestieren Regierungsgegner seit November gegen Präsident Janukowitsch, nachdem dieser sich auf Druck Russlands geweigert hatte, ein Partnerschaftsabkommen mit der EU zu unterschreiben. Nach zunächst friedlichen Protesten war es in der vergangene Woche bei Demonstrationen zu massiver Gewalt gekommen. In Kiew starben mehrere Menschen, mehr als 500 wurden verletzt.