Vor den Europawahlen vom 22. bis 25. Mai soll es erstmals eine europaweit ausgestrahlte TV-Debatte mit den Spitzenkandidaten der Parteiengruppen geben. Möglich seien eine oder zwei Sendungen Mitte Mai, hieß es aus dem Europaparlament. Die Volksvertretung will damit zahlreiche Menschen in den 28 EU-Staaten erreichen. Wahlberechtigt sind etwa 400 Millionen Menschen.

Federführend für die TV-Debatten sei die European Broadcasting Union (EBU), die nach eigenen Angaben 72 aktive Mitglieder in 55 Ländern hat. Welche Sprachen in den Debatten gesprochen werden könnten, sei noch offen. Die EBU ist auch Veranstalterin des Eurovision Song Contests.

Wegen des Lissabonner Vertrags gibt es bei den Wahlen wichtige Neuerungen. Die Spitzenkandidaten der Parteienfamilien kandidieren für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten. Bei dessen Wahl soll das Ergebnis der Europawahlen berücksichtigt werden. 

Für die Sozialdemokraten geht Parlamentschef Martin Schulz (SPD) ins Rennen, Favorit bei der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) ist der frühere luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker. Für die Grünen treten die Deutsche Ska Keller und der Franzose José Bové an.