Der ukrainische Oppositionsführer Vitali Klitschko hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz  schwere Vorwürfe gegen die Machthaber um Präsident Viktor Janukowitsch erhoben und erneut eine Fortsetzung der Proteste angekündigt. Die Regierung habe den Weg der Spannung und der Konfrontation gewählt, den Weg von Terror und Gewalt, sagte Klitschko in einer kurzen Rede. Die Regierung versuche, Angst zu verbreiten und die Leute unter Druck zu setzen. Doch der Druck auf Janukowitsch wachse.

Außerdem erneuerte Klitschko die Forderungen der Opposition. Zu diesen zählt vor allem der Rücktritt der Regierung Janukowitsch, wobei die anschließende Neuwahl von internationalen Beobachtern überwacht werden soll. Außerdem fordert Klitschko die umgehende Freilassung aller inhaftierten Oppositionellen und die Rückkehr zur Verfassung von 2004.

Der ukrainische Außenminister Leonid Koschara wies den Vorwurf zurück, seine Regierung steuere auf einem anti-europäischen Kurs. Vielmehr habe die ukrainische Führung zahlreiche Forderungen der Opposition erfüllt, betonte er. Die Ukraine dürfe jedoch nicht gezwungen werden, sich zwischen Europa und Russland zu entscheiden. Dies sei nicht möglich, weil das Land einerseits territorial zu Europa gehöre und enge Verbindungen dorthin unterhalte. Andererseits gelte beides auch für die Anbindung an Russland. Mit Blick auf die Entscheidung, das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen, sagte Koschara: "Es war keine einfache, aber eine richtige Entscheidung."

Am Mittag hatte Klitschko vor etwa 500 Anhängern in der Münchner Innenstadt eine Rede gehalten. Er forderte dabei eine Ausrichtung seines Heimatlands in Richtung der Europäischen Union und nicht nach Russland. "Wir sind Europäer", rief Klitschko. "Wir wollen ein modernes, europäisches Land werden."

Der Konflikt in der Ukraine dominierte die Münchner Sicherheitskonferenz. Russlands Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen vor, die Proteste in Kiew und anderen Städten des Landes zu schüren. "Was hat Aufwiegeln zunehmend gewalttätiger Proteste auf der Straße mit dem Werben für Demokratie zu tun?" 

US-Außenminister John Kerry versicherte der ukrainischen Opposition die Unterstützung der USA. "Die Vereinigten Staaten und die EU stehen in diesem Kampf auf der Seite des ukrainischen Volke", sagte er. "Sie kämpfen für das Recht, sich mit Partnern zu verbinden, die ihnen bei der Verwirklichung ihrer Hoffnungen helfen." Die Ukrainer hätten entschieden, dass sie ihre Zukunft nicht in die Hände eines einzigen anderen Volkes legen wollten.  

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte, Russland missachte das Recht eines Staates, selbst über seine Bündnisse zu entscheiden. "Die Ukraine muss frei ihren europäischen Weg ohne ausländischen Druck einschlagen dürfen."