Fast zwei Jahre nach den Massenprotesten gegen Präsident Wladimir Putin hat ein Gericht in Moskau acht Oppositionelle schuldig gesprochen. Die Richterin folgte in ihrer Einschätzung dem Vorwurf der Anklage, wonach die sieben Männer und eine Frau am 6. Mai 2012 maßgeblich zu den gewalttätigen Ausschreitungen in Moskau beigetragen hätten.

Russische Agenturmeldungen zufolge stand das verhängte Strafmaß zunächst nicht fest. Den Verurteilten drohen zwischen fünf und sechs Jahren Straflager. Vor dem Gerichtssaal demonstrierten trotz eines Verbots etwa 400 Menschen gegen "Justiz-Willkür". Es soll mehr als 50 Festnahmen gegeben haben.

Im Mai 2012 hatten in Moskau kurz vor der erneuten Amtseinführung Zehntausende gegen Präsident Wladimir Putin demonstriert. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und nahm 450 Demonstranten fest. Menschenrechtler warfen den Einsatzkräften unkontrollierte Brutalität vor. Bei den Demonstrationen wurden mindestens 27 Regierungsgegner verletzt.