In Venezuela sind während der Sozialproteste im Land mindestens neun Menschen getötet worden. Jüngstes Opfer sein ein 29-Jähriger, der an einer Straßenblockade gestorben sei, sagte Innenminister Miguel Rodríguez Torres im Rundfunk VTV. US-Außenminister John Kerry warf der linksgerichteten Regierung vor, dass die Gewalt sei "inakzeptabel".

In vielen Städten Venezuelas demonstrieren seit zwei Wochen Studenten und Oppositionsanhänger gegen die hohe Inflation und die weit verbreitete Korruption in dem Land. Dabei kam es immer wieder zu Zusammenstößen mit Einsatzkräften. Drei der mindestens neun Todesopfer hatten Schussverletzungen, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Kerry warf der Regierung von Präsident Nicolás Maduro vor, dass die Kräfte hart gegen die Demonstranten vorgegangen seien. Die Bürger hätten ein Recht darauf, zu protestieren. Er forderte die Regierung in Caracas auf, mit der Opposition zu verhandeln und politische Gefangene freizulassen.

Auf ein Gesprächsangebot aus Caracas ging Kerry nicht ein. Der venezolanische Präsident Maduro hatte US-Präsident Barack Obama vor ausländischen Journalisten aufgefordert, einen bilateralen Dialog zu führen. Obama solle die "Herausforderung annehmen", sagte er und bot zudem an, einen Botschafter nach Washington zu entsenden.