Die UN-Untersuchung zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea wird um ein Jahr verlängert. Dies entschied der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen am Freitag in Genf auf Antrag der Europäischen Union und Japans. Dafür stimmten 30 der 47 Länder im Rat, sechs votierten dagegen und elf enthielten sich.  

Der griechische UN-Botschafter Alexandros Alexandris sagte im Namen der EU, man sei sehr besorgt über die mutmaßlichen Verbrechen, die bislang schon entdeckt worden seien. In einem im Februar vorgelegten Bericht hatten UN-Ermittler unter anderem darauf hingewiesen, dass Menschen in Nordkorea absichtlich ausgehungert und in Arbeitslagern gefoltert würden. Machthaber Kim Jong Un wurde persönlich für die Verbrechen verantwortlich gemacht.   

Vor der Abstimmung hatte Nordkoreas UN-Botschafter So Se Pyong den stimmberechtigten Mitgliedern des Gremiums geraten, sich um "ihre eigenen Angelegenheiten" zu kümmern. Dem Menschenrechtsrat warf Pyong vor, diesen als "Bühne der politischen Konfrontation" zu nutzen. Die US-Gesandte Paula Schriefer unterbrach seine Rede immer wieder und beklagte, er weiche vom Thema ab.

Mit der ursprünglichen Untersuchung hatte der Menschenrechtsrat den pensionierten australischen Richter Michael Kirby beauftragt. Seine Kommission hatte über mehrere Monate hinweg mehr als 80 Zeugen in Seoul, Tokio, London und Washington öffentlich angehört und Hinweise zu Menschenrechtsverstößen zusammengetragen. Nach Nordkorea reisen durfte sie selbst aber nicht.    

Sicherheitsrat verurteilt erneuten Raketentest Nordkoreas

Das Verhältnis der Staatengemeinschaft zu Nordkorea ist auch wegen der jüngsten Raketentests angespannt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die nordkoreanischen Raketentests. Die 15 Mitglieder des UN-Gremiums hätten sich zudem darauf verständigt, in Abstimmung miteinander "zügig" eine "angemessene Antwort" zu geben, sagte Luxemburgs Botschafterin Sylvie Lucas am Donnerstag.