Der ukrainische Unternehmer Dimitri Firtasch © Inter TV Channel Press Service/ITAR-TASS/dpa

Nach jahrelangen Ermittlungen ist der ukrainische Oligarch Dmitri Firtasch in Wien verhaftet worden. Das berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA und beruft sich auf Insider. Eine offizielle Bestätigung gibt es bisher nicht. Das Bundeskriminalamt in Wien teilte lediglich mit, der 48-jährige ukrainische Unternehmer Dmitri F. sei aufgrund eines Haftbefehls aus den USA, der im März erlassen worden war, festgenommen worden.

Dmitri Firtasch ist einer der reichsten und prominentesten Ukrainer und hatte vor allem während der Amtszeit des abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch viel Einfluss im Land. Er galt als Hauptsponsor von Janukowitsch für die Präsidentenwahl 2010.  

Die amerikanische Polizei FBI ermittelte seit 2006 gegen den Oligarchen. Ihm wird Bestechung und die Bildung einer kriminellen Vereinigung im Zuge von Auslandsgeschäften vorgeworfen. Warum sich der Unternehmer in Österreich aufhielt, ließ ein Sprecher des Bundeskriminalamts in Wien offen. 

Firtasch hat enge Kontakte zu Russland und ist im Gas-, Chemie-, Medien- und Bankengeschäft tätig. Ihm und dem russischen Staatskonzern Gazprom gehören 50 Prozent am ehemaligen Gaszwischenhändler RosUkrEnergo. Der Oligarch ist zudem Hauptanteilseigner am größten ukrainischen Fernsehsender Inter. Seine Holding Group DF ist in Wien registriert. Das könnte erklären, warum er dort war.

Einen Zusammenhang zwischen der Verhaftung und der Krise auf der ukrainischen Halbinsel Krim stritt der Sprecher des Bundeskriminalamtes ab. Mit den politischen Umstürzen in der Ukraine habe die Verhaftung nichts zu tun. In Österreich selbst laufen dem Polizeisprecher zufolge keine Ermittlungen gegen den Ukrainer.