Die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf erhalten für ihre Pro7-Sendung Circus HalliGalli einen Grimme-Preis 2014. Das teilte Grimme-Direktor Uwe Kammann mit. Pro7 ist der einzige Privatsender unter den Preisträgern. Elf der zwölf Auszeichnungen gingen an öffentlich-rechtliche Fernsehsender. 

Auch das von Jan Böhmermann moderierte Neo Magazin, das auf ZDFneo ausgestrahlt wird, wird ausgezeichnet – wie Joko und Klaas in der Kategorie Unterhaltung. ZDFneo bekommt einen weiteren Grimme-Preis in der Kategorie Information und Kultur für die satirische Reportage-Reihe Sonneborn rettet die Welt des früheren Titanic-Chefredakteurs Martin Sonneborn. Den renommiertesten deutschen Fernsehpreis erhält auch der vom ORF produzierte Tatort "Angezählt" mit Adele Neuhauser und Harald Krassnitzer.

Für ihre Leistungen im Film Grenzgang von WDR und NDR erhalten Autorin Hannah Hollinger, Regisseurin Brigitte Maria Bertele, Szenenbildner K. D. Gruber sowie die Darsteller Claudia Michelsen und Lars Eidinger eine Grimme-Trophäe im Wettbewerb Fiktion. Der WDR kann sich über eine weitere Ehrung für den von Stephan Wagner inszenierten historischen Thriller Mord in Eberswalde freuen. Die Koproduktion der Westside Filmproduktion mit Ronald Zehrfeld, Ulrike Tscharre und Florian Panzner als Darsteller basiert auf einem authentischen Fall: Der dreifache Kindermörder Erwin Hagedorn war der letzte Delinquent, an dem in der DDR die sogenannte zivile Todesstrafe vollzogen wurde.

"Auch der Jubiläumsjahrgang bietet herausragende Fernsehproduktionen mit einer großen Bandbreite an Formen, Inhalten und ganz individuellen Handschriften", sagte Kammann. Übergeben werden die Preise in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck am 4. April im Stadttheater von Marl.

Grimme-Sonderpreis für "Tatort"

Ein Preisträger stand schon zuvor fest: Den Grimme-Sonderpreis bekommt der Tatort. Der Stifter des Grimme-Preises, der Deutsche Volkshochschul-Verband, bescheinigte der ARD-Krimireihe "hohe Qualität, langen Atem, herausragende Fernseh-Persönlichkeiten und Kultkraft".

Der Grimme-Preis wird seit 1964 jährlich verliehen. Es werden laut Eigendefinition des Instituts "Fernsehsendungen und -leistungen ausgezeichnet, die für die Programmpraxis vorbildlich und modellhaft sind". 

Leer ging das umstrittene ZDF-Drama Unsere Mütter, unsere Väter sowie die von Sat.1 gesendete Satire Der Minister über Karl-Theodor zu Guttenberg aus. Auch der Fernsehmoderator Stefan Raab, der wegen seines Auftritts im Kanzlerduell 2013 nominiert war, erhielt keine Auszeichnung.