Mehrere Internetseiten der Nato sind Ziel eines Hackerangriffs geworden. Zu der Attacke bekannte sich eine ukrainische Hackergruppe namens Cyber Berkut. Die Gruppe teilte in russischer Sprache auf ihrer Website mit: "Wir erklären, dass wir heute um 18.00 Uhr eine Attacke gegen die Nato gestartet haben." Die Nato habe auf ukrainischem Territorium nichts zu suchen, hieß es weiter.   

Hintergrund dürfte der Umbruch in der Ukraine sein. Die dort herrschende Übergangsregierung strebt eine Aufnahme in die Nato an – was Russland als Provokation ansieht. Der Konflikt um die Ukraine mündete mittlerweile in der Abspaltung der ukrainischen Halbinsel Krim, deren Bevölkerung heute über einen Anschluss an Russland abstimmt. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die mehrheitlich russischstämmige Bevölkerung der Krim durchsetzt. Auch ein Vollzug des Anschlusses durch das russische Parlament in Moskau ist sehr wahrscheinlich. 

Wie eine Sprecherin des Militärbündnisses mitteilte, hatte der Hackerangriff keine Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit der Nato. Techniker seien damit beschäftigt, die Websites wiederherzustellen. Am frühen Sonntagmorgen war die Nato-Website www.nato.int nicht erreichbar, eine Fehlermeldung erschien.

Die Gruppe Cyber Berkut hatte Sicherheitsexperten zufolge in den vergangenen Wochen bereits etliche ukrainische Websites lahmgelegt. Der Name ist offenbar eine Anlehnung an die Sondereinheit der ukrainischen Polizei unter Ex-Präsident Viktor Janukowitsch, Berkut. Mitglieder der Einheit werden für zahlreiche Tote bei den Protesten auf dem Maidan verantwortlich gemacht.

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