Eine US-Mitarbeiterin des russischen Staatssenders RT hat während einer Sendung gekündigt. Als Grund gab die Moderatorin Liz Wahl Russlands Haltung im Ukraine-Konflikt an. "Ich kann nicht für einen von der russischen Regierung finanzierten Sender arbeiten, der die Taten Putins beschönigt", sagte sie in Bezug auf den Kurs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Krim-Krise.

Ihre Vorfahren seien als Flüchtlinge ins Land gekommen. Sie sei "stolz, eine Amerikanerin zu sein und glaube daran, die Wahrheit zu verbreiten". Daher werde sie ihren Job nach der Sendung aufgeben. CNN sagte sie in einem später geführten Interview, RT verbreite pure Propaganda. Sie aber liebe die Wahrheit.

Einen Tag zuvor hatte bereits eine andere US-Moderatorin des Senders mit ihrer scharfen Kritik an Moskaus Politik überrascht. "Was Russland gemacht hat, ist falsch", hatte Abby Martin in ihrer Sendung in der englischsprachigen Ausgabe des Senders gesagt.

"Nicht mehr als Selbstvermarktung"

"Militärinterventionen sind nie eine Lösung." Sie werde nicht herumsitzen und eine "militärische Aggression verteidigen". Sie könne gar nicht oft genug sagen, wie sehr sie die Einmischung eines Staates in die Angelegenheiten einer "souveränen Nation" ablehne, sagte Martin zum Ende ihrer Sendung Breaking the Set.

Martin habe im Kontext ihrer Talkshow gesprochen, teilte der Sender in einer Reaktion auf Wahls Abschied mit. Martin habe schon oft ihre Sicht auf Entwicklungen dargelegt, bis dieser Tage habe es aber andere Medien nicht stärker interessiert. Nun aber sei ihr Kommentar in der Berichterstattung zu einem "Akt der Missachtung" avanciert und damit plötzlich zur Sensation geworden.

Wenn ein Redakteur die Position seines Arbeitgebers nicht billige, suche man üblicherweise im Gespräch eine Lösung, schrieb die RT-Führung. Kämen beide Seiten nicht überein, trenne man sich professionell. Dies aber vor dem Publikum zu zelebrieren, sei "nicht mehr als Selbstvermarktung". Der Sender schloss das Statement mit guten Wünschen für Wahl auf dem gewählten Weg.