Angesichts des Einmarsches russischer Truppen auf der ukrainischen Halbinsel Krim haben zahlreiche Regierungschefs aus Europa und den USA mit Konsequenzen gedroht. US-Präsident Barack Obama warf  Russlands Präsidenten Wladimir Putin vor, mit seinem Vorgehen internationales Recht zu verletzen. Russland sei in der derzeitigen Krise "auf der falschen Seite der Geschichte". Eine Sprecherin des US-Außenministeriums hatte zuvor gesagt, das Land bereite Sanktionen gegen Russland vor.

Auch die EU berät über Maßnahmen. Am Montag trafen sich die Außenminister der Mitgliedsländer in einer Sondersitzung, für Donnerstag wurde ein Krisengipfel der Staats- und Regierungschefs anberaumt. Außenminister Frank-Walter Steinmeier traf am Montagabend seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow, um Gespräche fortzusetzen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel zuvor mit Putin begonnen hatte.

In der EU sieht sich vor allem Polen von dem russischen Vorgehen bedroht. Auf Antrag des Landes tritt am Dienstag der Nato-Rat zu einem Treffen zusammen. Polen beruft sich auf Artikel 4 des Nato-Vertrags, wonach ein Mitglied des Militärbündnisses eine Sitzung beantragen kann, wenn es seine territoriale Unversehrtheit, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit bedroht sieht.

Die Lage auf der Krim hatte sich zugespitzt, als mutmaßlich russische Militärs ukrainische Stützpunkte umstellten und Straßensperren errichteten. Die Soldaten trugen vielfach keine Kennzeichnung. Russland begründete die Entsendung der Truppen mit einem Hilfegesuch des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Inzwischen sollen sich mehr als 15.000 russische Streitkräfte auf der Halbinsel befinden, in der Ukraine wurde daraufhin die Armee in Alarmbereitschaft versetzt.

Die russische Schwarzmeerflotte soll dem ukrainischen Militär auf der Krim ein Ultimatum bis 04.00 MEZ gegeben haben, um aufzugeben. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestreitet das.

Am Wochenende und am Montag protestierten vor allem im Osten der Landes prorussische Ukrainer. Demonstranten besetzten in Donezk das Gebäude der Regionalregierung, Versuche in mehreren anderen Orten scheiterten. Beobachter warnen inzwischen vor einer Spaltung des Landes. Lesen Sie die Entwicklungen der Krim-Krise im Liveblog nach: