Der ehemalige norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg soll neuer Generalsekretär der Nato werden. Das verkündete ein Sprecher des Militärbündnisses in Brüssel. Zuvor war der Nato-Rat zu einer kurzen Sitzung zusammengekommen. Stoltenberg wird das Amt am 1. Oktober antreten.

Die Zeitung Aftenposten hatte bereits am Montag berichtet, dass Stoltenberg Generalsekretär des Bündnisses werden solle. Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama, der britische Premier David Cameron und der französische Staatschef François Hollande hätten demnach die Kandidatur des 55-Jährigen unterstützt.  Es gebe somit keine Gründe, die gegen den Norweger sprechen würden, hatten Insider dem Blatt gesagt.

Stoltenberg, der knapp zehn Jahre lang Regierungschef seines Landes war, folgt auf den Dänen Anders Fogh Rasmussen. Eines der Probleme, mit denen der Norweger konfrontiert sein wird, ist, dass die Nato-Mitgliedsstaaten immer weniger Geld für das Militärbündnis ausgeben.

In einer Rede hatte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch gesagt: "Die Lage in Russland erinnert uns daran, dass Freiheit nicht kostenlos ist." Er sei besorgt gewesen, dass viele Verbündete ihre Verteidigungsausgaben gesenkt haben. "Jeder muss bereit sein, für Geräte, Personal und Ausbildung zu bezahlen", hatte Obama gesagt. Der US-Präsident hatte zudem ausgeschlossen, dass Georgien und die Ukraine infolge des Krim-Konflikts der Nato beitreten würden.   

Als Favoriten auf das Amt des Nato-Generalsekretärs waren zuvor unter anderem der frühere italienische Außenminister Franco Frattini, Bundesinnenminister Thomas de Maizière und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso genannt worden.