Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen © Eric Vidal/Reuters

Der scheidende Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich dafür ausgesprochen, die Erweiterung des Nato-Bündnisses fortzusetzen. Der Beitritt osteuropäischer Staaten sei "eine der großen Erfolgsgeschichten unserer Zeit", schrieb Rasmussen in einem Beitrag für die Welt am Sonntag. "Die Aufgabe jedoch ist noch nicht erfüllt." Jeder europäische Staat, der in der Lage sei, die Grundsätze der Allianz zu fördern und zur Sicherheit des nordatlantischen Gebietes beizutragen, könne sich um eine Mitgliedschaft bewerben.

Rasmussen zufolge streben Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Georgien und Montenegro eine Mitgliedschaft an. Diese Länder arbeiteten an den notwendigen Reformen, und die Nato unterstütze sie dabei. Zuletzt waren im Jahr 2009 Albanien und Kroatien dem Bündnis beigetreten.

Zur Ukraine schrieb Rasmussen, die Partnerschaft mit dem Land sei "stetig stärker geworden". Russland warf er erneut "eine Verletzung der territorialen Integrität und Souveränität der Ukraine" vor. Die Krise stelle die Grundsätze infrage, auf die das moderne Europa gegründet sei. Der Däne hört Ende September als Nato-Generalsekretär auf. Sein Nachfolger soll der langjährige norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg werden

Der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen für die Europawahl, Jean-Claude Juncker, hat sich derweil distanziert zu den Forderungen nach einer Verstärkung der Nato-Präsenz an den EU-Außengrenzen geäußert. Er sei dafür, den baltischen Staaten Solidarität zu demonstrieren. Aber er "halte nicht viel davon, jetzt so zu tun, als müsse man übertriebene physische Truppenpräsenz an den Nato-Grenzen im Direktverhältnis zu Russland unter Beweis stellen". Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich angesichts der Krim-Krise für mehr militärische Nato-Präsenz in den östlichen Staaten des Bündnisses ausgesprochen.