Russlands Präsident Wladimir Putin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Telefonat über einen Teilrückzug russischer Soldaten von der Ostgrenze der Ukraine informiert. Darüber hinaus hätten Merkel und Putin "mögliche weitere Schritte zur Stabilisierung der Lage in der Ukraine und in Transnistrien" erörtert, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.  

Zuvor hatte die ukrainische Übergangsregierung gemeldet, ein Teil der russischen Truppen sei von der gemeinsamen Grenze abgezogen. Olexander Rosmasnin vom Verteidigungsministerium in Kiew sagte: "Die Anzahl der Soldaten verringert sich, eine genaue Zahl ist aber schwer zu nennen." Rosmasnin schloss nicht aus, dass es sich nur um eine Ablösung handele und die Truppen wieder aufgestockt würden. Im Moment sei die Lage in der Region stabil. 

Ein Bataillon sei nach einer Übung aus der Region Rostow am Don wieder in die Kasernen der Region Samara zurückgekehrt, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Das Bataillon habe einen Vorstoß mit Kriegstechnik in unbekanntem Gebiet geübt, hieß es.

Ukrainische Regierung irritiert, USA zurückhaltend optimistisch

Die neue ukrainische Regierung erklärte, die Aktion sei bestenfalls irritierend und wahrscheinlich unaufrichtig. Russland führe an der Grenze zur Ukraine "unverständliche Manöver" aus. An einigen Stellen bewegten sich Truppen vorwärts, an anderen rückwärts. Man habe von russischer Seite dafür keine Erklärungen bekommen.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) lobte den Teilabzug der russischen Truppen. "Das scheint ein kleines Entspannungssignal zu sein", sagte er. Die USA reagierten vorsichtig optimistisch: "Wir können das bislang nicht erkennen", sagte Regierungssprecher Jay Carney. "Aber falls sich das als richtig herausstellt, wäre das eine gute Sache", sagte er im Weißen Haus. 

Moskau hat für eine diplomatische Lösung der Ukraine-Krise zwei Bedingungen genannt. Zum einen soll die Ukraine in eine Föderation umgebaut werden, in der die russischsprachige Bevölkerung im Süden und Osten des Landes selbstständiger vertreten ist. Der Kreml verlangt außerdem eine Zusicherung, dass die Ukraine nicht der Nato beitritt. Über die russischen Vorschläge hatten US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow am Sonntag in Paris verhandelt, ohne dass es einen Durchbruch gegeben hätte. In einem weiteren Treffen am Montag sagte Kerry, der Abzug der Truppen sei die Voraussetzung für jeden echten Fortschritt bei der Lösung der Krise.