Nur rund sechs Monate nach dem Einfrieren erheblicher Teile der Militärhilfe für Ägypten wollen die USA wieder Waffen an die Regierung in Kairo liefern und Finanzhilfen freigeben. Washington hatte seine Militärhilfe nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär Anfang Juli letzten Jahres und der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste seiner Anhänger weitgehend gestoppt.

Das Verteidigungsministerium in Washington teilte nun jedoch mit, dass Ägypten bewiesen habe, den Friedensvertrag mit Israel einhalten zu können und damit die strategischen Beziehungen zu den USA fortsetzen zu können. Durch diese Entwicklung qualifiziere es sich für die Wiederaufnahme der Unterstützung. Die Regierung habe dies gegenüber dem US-Kongress offiziell bestätigt.

Den Plänen zufolge sollen daher zehn Kampfhubschrauber vom Typ Apache an Kairo ausgeliefert werden, welche bei der Bekämpfung radikaler Islamisten auf der Sinai-Halbinsel zum Einsatz kommen sollen. Zudem soll ein Teil der jährlichen Militärhilfe der USA an Ägypten im Umfang von 1,3 Milliarden Dollar (rund 940 Millionen Euro) in Kürze freigegeben werden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warnte die US-Regierung davor, die Hilfen wieder hochzufahren.

US-Außenminister John Kerry soll heute mit dem ägyptischen Geheimdienstchef in Washington zusammentreffen. Das Ministerium Kerrys machte deutlich, dass die US-Regierung gegenüber dem Kongress noch nicht bestätigen könne, dass in Ägypten wesentliche Entwicklungen zu einer Demokratie bemerkbar seien. Kerry dränge die Übergangsregierung in Kairo jedoch dazu, diesen Übergang zu beschleunigen und freie, faire sowie transparente Wahlen abzuhalten. Auch die Beschränkungen zur Meinungsfreiheit sollten aufgehoben werden.