Der US-Kongress hat für ein Einreiseverbot gegen den neuen iranischen UN-Botschafter Hamid Aboutalebi gestimmt. Nach dem Senat verabschiedete auch das Repräsentantenhaus ein Gesetz, das Visa für Terrorverdächtige als UN-Vertreter verwehrt. Abutalebi soll unter den iranischen Studenten gewesen sein, die 1979 die US-Botschaft in Teheran stürmten und rund 50 Amerikaner über ein Jahr als Geisel hielten. Er selbst hatte wiederholt erklärt, er habe nicht zu der Gruppe der Besetzer gehört, sondern lediglich als Übersetzer fungiert.

Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss es Präsident Barak Obama noch unterschreiben. Das stellt ihn vor eine schwierige Entscheidung: Einerseits hatte das Weiße Haus bereits erklärt, dass man die Botschafterwahl Teherans nicht akzeptieren könne. Andererseits sind die USA grundsätzlich gehalten, allen UN-Vertretern die Einreise zu gewähren.

Aboutalebi, der bereits Diplomat in Australien, Italien und Belgien war, steht den iranischen Reformern um den moderaten Präsidenten Hassan Ruhani nahe.

Der Ärger um das Visum für Aboutalebi könnte nun die Gespräche über das iranische Atomprogramm belasten. Dabei hatte sich seit Beginn der Präsidentschaft Ruhanis, der im Sommer gewählt wurde, das Verhältnis zwischen Washington und Teheran leicht entspannt. Iran erklärte sich im November bereit, seine Urananreicherung im Gegenzug für erste Sanktionserleichterungen für sechs Monate auszusetzen.