Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un beim Besuch einer militärischen Flieger-Einheit © Rodong Sinmun / dpa

Drei Tage vor dem Besuch von US-Präsident Barack Obama hat Südkorea vor einem möglichen bevorstehenden nordkoreanischen Atomtest gewarnt. "Unser Militär stellt derzeit viel Aktivität auf dem und rings um das Atomtestgelände Punggye Ri fest", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok. Obama wird im Rahmen einer einwöchigen Asien-Reise am Freitag in Südkorea erwartet.

"Wir ziehen die Möglichkeiten in Betracht, dass der Norden einen überraschenden Atomtest vornehmen könnte oder vorgeben will, einen Atomtest ausführen zu wollen", sagte Kim. Möglicherweise handele es sich um ein "Täuschungsmanöver" Pjöngjangs. Südkoreas Außenminister Yun Byung Se warnte, ein vierter nordkoreanischer Atomtest würde die Spielregeln ändern. Pjöngjang spiele ein "nicht zu gewinnendes Spiel" gegen die internationale Gemeinschaft.

Die USA erklärten, das Vorgehen Pjöngjangs "sehr genau" zu beobachten. "Nordkorea hat eine Vorgeschichte mit provokanten Aktionen", sagte Obamas Sprecher Jay Carney. "Wir sind uns immer der Möglichkeit einer solchen Aktion bewusst."

China forderte alle beteiligten Seiten auf, "Ruhe zu bewahren". Die Regierung in Peking verfolge weiterhin das Ziel einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel, sagte Außenministeriumssprecher Qin Gang. Dieses Ziel müsse "durch Dialog" erreicht werden.

In den vergangenen Tagen gab es Spekulationen über eine mögliche Provokation aus Nordkorea aus Anlass der Obama-Visite. Die nordkoreanische Führung hatte den Besuch als "gefährlichen" Schritt in Richtung einer Verschärfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel kritisiert.

Aus Protest gegen ein gemeinsames Militärmanöver der USA und Südkorea hatte die kommunistische Führung in Pjöngjang Ende März mit einem vierten Atomtest gedroht. Bislang hat der abgeschottete Staat drei Mal Atombomben getestet - in den Jahren 2006 und 2009 sowie zuletzt im vergangenen Jahr.