Inmitten des Ukraine-Konflikts hat die Atommacht Russland eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ RS-24 getestet. Die Rakete sei von einer mobilen Rampe auf dem nordrussischen Weltraumbahnhof Plessezk abgefeuert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Jegorow, der Agentur Interfax. Wenig später sei das Geschoss rund 9.000 Kilometer entfernt auf dem Truppenübungsgelände Kura der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka eingeschlagen.

Ziel sei es gewesen, die Verlässlichkeit der Technik zu prüfen, sagte Jegorow. Die neue Rakete solle die militärische Schlagkraft Russlands sowie die Sicherheit des Landes und seiner Verbündeten erhöhen, hieß es. Vor allem sei das Geschoss aber dazu gedacht, die von den USA geplante Raketenabwehr in Europa zu umgehen.

Die RS-24 Jars (Nato-Code: SS-27 Mod-2) soll einen veralteten Typ von Topol-Raketen ersetzen. Experten sehen in den wiederholten Raketentests im Ukraine-Konflikt auch Machtdemonstrationen Moskaus.

Zweiter Test seit März

Russland sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, durch den umstrittenen Anschluss der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim die schwerste Krise mit dem Westen seit dem Kalten Krieg ausgelöst zu haben. Zudem befürchten die Ukraine und der Westen, die Regierung in Moskau könnte weitere Teile des Landes beanspruchen. 

Es ist bereits der zweite Test einer Interkontinentalrakete seit Verschärfung der Krim-Krise. Ein Raketenstart Anfang März war vom Westen als Provokation aufgefasst worden.