Bei einem Angriff der Terrororganisation Boko Haram auf eine chinesische Fabrik sind im Norden von Kamerun zwei Menschen getötet worden. Zehn Personen wurden verschleppt, sagte der Gouverneur der Region, Augustine Awa Fonka. Etwa 200 Bewaffnete hätten die Stadt Waza im äußersten Norden des westafrikanischen Landes gegen zwei Uhr morgens angegriffen.

Nach Polizeiangaben überfielen die Extremisten von Boko Haram ein Lager von chinesischen Arbeitern und lieferten sich mit Soldaten ein stundenlanges Feuergefecht. Bei den Toten handelt es sich um einen chinesischen Straßenbauarbeiter und einen Soldaten aus Kamerun.

Aus chinesischen Botschaftskreisen in Kameruns Hauptstadt Yaoundé verlautete, es würden zehn Chinesen vermisst und es gebe einen Verletzten. Das Todesopfer wurde nicht bestätigt.

Hollande fordert globalen Aktionsplan

Kameruns Präsident Paul Biya nimmt an einem französisch-afrikanischer Sicherheitsgipfel in Paris teil, bei dem eine Strategie gegen die islamistische Terrorgruppe entwickelt werden soll. Zu dem Treffen kamen auch Nigerias Präsident Goodluck Jonathan und Vertreter der Nachbarländer Tschad, Niger und Benin. Auch die USA und die EU sind beteiligt.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte einen globalen Aktionsplan gegen Boko Haram. Die Organsation sei eine große Bedrohung für ganz West- und Zentralafrika geworden. Sie verfolge eine "gegen die Zivilisation gerichtete Strategie" und betreibe eine Destabilisierung Nigerias sowie die "Zerstörung grundlegender Prinzipien der Menschenwürde", sagte Hollande. Es gebe Belege für Querverbindungen zwischen Boko Haram und der Gruppe Al-Kaida im Maghreb (Aqmi).

Eine vom Westen geführte Militäraktion soll es nach offiziellen Angaben jedoch nicht geben. Nigeria hat sich zudem lange gegen Hilfe aus dem Ausland gesperrt. 

Boko Haram kämpft seit fünf Jahren im Norden Nigerias für die Errichtung eines islamistischen Staates. Vor einem Monat verschleppten Kämpfer der Sekte in der Region fast 300 Schülerinnen, mehr als 200 der Mädchen sind noch in der Gewalt der Islamisten.