Brasilianische Polizisten gehen mit Tränengas gegen bewaffnete Demonstranten vor. © Lunae Parracho/Reuters

Bei Protesten von WM-Gegnern und einer indigenen Volksgruppe ist es in der brasilianischen Hauptstadt Brasília zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengasgranaten ein, als sich die Demonstranten am Dienstag einem Stadion näherten. Ab Juni sollen dort mehrere Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen werden.

Einige Demonstranten schleuderten als Reaktion auf den Polizeieinsatz Gaskanister, Steine und Holzstücke auf die Beamten. Andere schossen mit Pfeil und Bogen. Eines der Geschosse durchbohrte das Bein eines Polizisten. Er muss sich nun nach Behördenangaben operieren lassen. Zudem seien zwei Ureinwohner verletzt worden, teilte eine Aktivistengruppe der Zeitung Globo mit. Wie es zu ihren Verletzungen kam, war zunächst nicht bekannt.

Die Ureinwohner protestierten in erster Linie gegen geplante Gesetze, die eine Verkleinerung ihrer Reservate vorsehen. Den rund 300 Aktivisten schlossen sich jedoch weit über 1.000 WM-Gegner an. Sie gingen aus Protest gegen die hohen Kosten der Sportveranstaltung auf die Straße. Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen teils gewalttätige Proteste. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in Prestigeprojekte zu stecken und wichtige andere Aufgaben zu vernachlässigen. An der Kundgebung am Dienstag beteiligten sich zahlreiche Obdachlose, Ältere und Kinder.

Wegen der Demonstration wurde die Ausstellung des WM-Pokals, der zurzeit in Brasília ist, aus Sicherheitsgründen unterbrochen. Die Polizei war auch mit berittenen Einheiten im Einsatz. Eine zentrale Straße wurde stundenlang blockiert. Es kam zu langen Staus. Die WM wird am 12. Juni in São Paulo eröffnet. In Brasília werden vier Gruppenspiele, ein Achtel- und ein Viertelfinale sowie das Spiel um Platz drei ausgetragen.