Ein Markt in der Provinz Xinjiang © Carlos Barria/Reuters

In der westchinesischen Region Xinjiang sind mehr als 230 Menschen unter dem Verdacht festgenommen worden, über Videos oder im Internet "gewalttätige und terroristische" Inhalte verbreitet zu haben. Nach Berichten staatlicher Medien erfolgten die Festnahmen in einem Zeitraum von sechs Wochen.

Xinjiang im Nordwesten Chinas ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren. Diese sehen sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt und durch die systematische Ansiedlung von ethnischen Han-Chinesen zunehmend an den Rand gedrängt. In der Region gibt es immer wieder gewaltsame Zwischenfälle.

Den 232 Festgenommenen werde vorgeworfen, dass sie "im Internet oder mit tragbaren Geräten Terrorismus verbreitet" hätten, hieß es in der staatlichen Zeitung Global Times. Die Festnahmen erfolgten nach einer Serie von Gewalttaten, die auf das Konto uigurischer Unabhängigkeitskämpfer gehen sollen.

Auch die Sicherheitsmaßnahmen in der Hauptstadt Peking wurden verschärft. 150 bewaffnete Patrouillenfahrzeuge seien am Montag an wichtigen Kreuzungen und Durchgangsstraßen stationiert worden, berichteten staatliche Medien. Sie sollten "Straßenterrorismus" und Gewalttaten verhindern. Auch der Erwerb großer Mengen von Treibstoff sei beschränkt worden.

Im März waren bei einem Angriff im Bahnhof von Kunming im Südwesten des Landes mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 130 weitere verletzt worden, als mit Messern bewaffnete Männer in die Halle gestürmt waren und Passanten niedergestochen hatten. Im April wurden bei einer Explosion auf einem Bahnhof in Ürümqi in der Region Xinjiang zwei Attentäter und ein Zivilist getötet sowie 79 weitere Menschen verletzt.