Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping in Shanghai © Mark Ralston/AFP/Getty Images

Chinas Präsident Xi Jinping hat sich für eine neue asiatische Sicherheitsstruktur ohne Einbindung der USA ausgesprochen. In die regionale Kooperation sollten Russland und der Iran miteinbezogen werden, forderte Xi während der Konferenz für Interaktion und Vertrauensbildung in Asien in Shanghai.

Zuvor hatte er Russlands Präsident Wladimir Putin empfangen. Der war inmitten der Krise in der Ukraine nach China gereist, um über militärische und energiewirtschaftliche Zusammenarbeit zu beraten. Russland will China 38 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr liefern – das entspricht derzeit rund einem Viertel des chinesischen Verbrauchs.

Putin ist international unter Druck, weil er den wachsenden Einfluss prorussischer Gruppen in der Ostukraine tolerierte und die ukrainische Halbinsel Krim annektierte. EU und USA verhängten Sanktionen. Das Partnerschaftsbekenntnis aus China dürfte ihm gelegen kommen.  

In der Ostukraine kämpfen ukrainische Polizei und Militär mit den prorussischen Separatisten um die Kontrolle. Die Regionen Donezk und Luhansk hatten sich vorvergangenen Sonntag in international abgelehnten Referenden für unabhängig erklärt. Am Dienstag mobilisierte der ukrainische Milliardär Rinat Achmetow in einer öffentlich übertragenen Ansprache Zehntausende Gegner der Separatisten und rief zum friedlichen Protest auf. Während eines kurzen Warnstreiks rollten hupende Autos über die Straßen in Donezk und anderen Städten.

Es war das erste Mal, dass sich Unterstützer der Regierung in Kiew in diesem Ausmaß auf den Straßen artikulierten. Achmetow ist der größte Arbeitgeber in der Ostukraine. Er fürchtet, dass ein Umbruch in der Region seine Geschäfte gefährdet – etwa durch Verstaatlichung von Unternehmen.    

Schusswechsel bei Slowjansk

Der Bürgermeister der östlichen Millionenstadt Donezk, Alexander Lukjantschenko, hatte ebenfalls ein Zeichen gegen die Separatisten gefordert.

Die Moskautreuen kommentierten die Aufrufe mit Schärfe. "Achmetow hat seine Wahl getroffen, leider richtet sie sich gegen die Bevölkerung im Donbass", sagte Separatistenführer Denis Puschilin. Der Oligarch habe sich "für den Terror" und gegen das Volk entschieden. 


Ukrainische Einheiten hatten am Dienstag ihren Einsatz gegen militante Protestführer im Osten des Landes fortgesetzt. Nahe der von Separatisten besetzen Stadt Slowjansk habe es Schusswechsel gegeben, teilte das Verteidigungsministerium mit. In Dmitrowka nahe der Stadt Luhansk wurden bei Zusammenstößen drei Kämpfer verletzt.