Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan hat einen Berater entlassen, der nach dem schweren Grubenunglück in Soma auf einen Demonstranten eingetreten hatte. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurde Yusuf Yerkel bereits am Mittwoch gefeuert.

Yerkel hatte nach dem Grubenunglück in Soma vor anderthalb Wochen mehrfach auf einen am Boden liegenden Mann eingetreten, der von Polizisten festgehalten wurde. Ein Foto des Vorfalls sorgte international für Empörung. Yerkel bedauerte später, dass er wegen zahlreicher "Provokationen, Beleidigungen und Angriffe" außer sich geraten sei. Für die Tritte selbst entschuldigte er sich nicht. Nach dem Vorfall hatte sich Yerkel sieben Tage krankschreiben lassen, weil er sich bei den Tritten angeblich selbst am Bein verletzt hatte.

Seit dem verheerenden Bergwerksunglück in Soma mit mehr als 300 Toten gibt es in der Türkei heftige Proteste, die sich auch gegen Erdoğan und seine konservativ-islamische Regierung richten. Die Demonstranten werfen ihr eine Mitverantwortung an dem Unglück vor.

Oppositionelle kritisierten auch Erdoğans Umgang mit der Katastrophe. Bei einem Besuch am Unglücksort hatte er Bergwerksunglücke als unvermeidlich dargestellt. Auch Erdoğan selbst soll Betroffene tätlich angegriffen haben.