Die konservative Europäische Volkspartei (EVP) hat mit ihrem Spitzenkandidaten Jean-Claude Juncker die Europawahl (alle Ergebnisse hier) gewonnen. Sie kam den Hochrechnungen zufolge auf 28,23 Prozent der Stimmen – das ist aber deutlich weniger als 2009. Die Sozialdemokratische Partei Europas (SPE) kam mit 24,63 Prozent auf Platz zwei. Auf Platz drei lagen die Liberalen mit 9,85 Prozent.

Mit dem Sieg der EVP sind Junckers Chancen auf den Posten des EU-Kommissionschefs gestiegen. Der Fraktionsvorsitzende Joseph Daul sagte: "Die EVP wird ihren Kandidaten als Kandidaten für die Präsidentschaft der Kommission vorschlagen." Doch auch die Sozialdemokraten beanspruchen das Amt für ihren Spitzenkandidaten Martin Schulz. Er werde Gespräche mit allen Fraktionen führen und sich um eine Mehrheit bemühen, sagte Schulz. Bis die Entscheidung fällt, könnte es noch Wochen dauern. Möglich ist auch, dass es am Ende einen Kompromisskandidat gibt.

Rechte und populistische Parteien gewannen in vielen Ländern stark an Stimmen hinzu. In Frankreich wurde die rechtsextreme Front National (FN) mit rund 25 Prozent stärkste Kraft. Auch in Dänemark gewann die rechtspopulistische Dänische Volkspartei mit rund 23 Prozent. In Österreich legte die rechtspopulistische FPÖ dem vorläufigen Ergebnis zufolge 7,8 Prozentpunkte zu und landete bei 20,5 Prozent. Dies bedeutet den dritten Platz hinter der konservativen Volkspartei (VP) und der sozialdemokratischen SPÖ.

Auch in Polen hat eine explizit EU-feindliche Partei den Einzug ins Europaparlament geschafft. Der Kongress der Neuen Rechten erhielt einer Prognose zufolge 7,2 Prozent der Stimmen. Parteichef Janusz Korwin-Mikke hatte angekündigt, er wolle die Europäische Union "von innen heraus zerlegen".

In Deutschland wurde die Union stärkste Kraft, mit etwa 35,4 Prozent der Stimmen – ihr schlechtestes Europa-Ergebnis seit 1979. Die Verluste der Union hat vor allem die CSU zu verantworten, die in Bayern rund acht Prozentpunkte verlor. Die SPD verbesserte sich auf 27,2 Prozent. Die Grünen verloren und kamen auf 10,6, die Linke erreichte 7,4 Prozent. Die FDP stürzte wie zuvor schon bei der Bundestagswahl nun auch auf EU-Ebene ab und kam nur auf 3,3. Die euroskeptische Alternative für Deutschland (AfD) schaffte es bei ihrer ersten Europawahl mit sieben Prozent ins Parlament.

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