Die in der Ostukraine freigelassenen Militärbeobachter sind in sicherer Obhut der OSZE und des Unterstützungsteams der Bundesregierung. Die Gruppe wurden am Nachmittag von Slowjansk nach Donezk gebracht. Die sieben Männer waren zuvor an einem Kontrollposten nahe Slowjansk dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, übergeben worden.

Sie waren seit dem 25. April in der Gewalt von Separatisten in der ostukrainischen Stadt Slowjansk. "Alle zwölf Menschen auf meiner Liste sind freigelassen worden", sagte der Sondergesandte von Russlands Präsident Wladimir Putin, Wladimir Lukin, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Neben den sieben OSZE-Beobachtern wurden auch fünf ukrainische Offiziere freigelassen.

In Donezk wollen Lukin und Jagland vor die Presse treten. Anschließend sollen die OSZE-Beobachter zügig nach Berlin ausgeflogen werden.

Der prorussische Separatistenführer Wjatscheslaw Ponomarjow bestätigte die Freilassung der sieben OSZE-Beobachter. Es habe keine Bedingungen dafür gegeben, sagt der selbsternannte Bürgermeister von Slowjansk. Ponomarjow hatte die Männer als "NATO-Spione" und "Kriegsgefangene" bezeichnet. Slowjansk ist seit Wochen in der Gewalt bewaffneter prorussischer Gruppen.

Der Sprecher der OSZE-Beobachter, der deutsche Oberst Axel Schneider, sagte der Bild-Zeitung: "Wir sind froh, dass wir endlich draußen sind, uns geht es den Umständen entsprechend o.k." Er hoffe, dass er gemeinsam mit seinen drei deutschen Kollegen so schnell wie möglich von Donezk aus nach Deutschland ausreisen könne: "Wir haben die Feuergefechte mitbekommen, so etwas möchte ich keinem zumuten."

Die acht europäischen OSZE-Beobachter – vier Deutsche, ein Däne, ein Pole, ein Tscheche, ein Schwede – waren mit fünf ukrainischen Offizieren in der Ostukraine festgesetzt worden. Der schwedische OSZE-Vertreter wurde bereits am 28. April aus gesundheitlichen Gründen freigelassen.