Israelis mit Fahnen ihres Landes beten an der Klagemauer in Jerusalem. © Darren Whiteside/Reuters

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu wird für seine Forderung nach Festlegung Israels als jüdischer Staat auch innerhalb seiner Regierung kritisiert. Israels Unterhändlerin mit den Palästinensern, Justizministerin Zipi Livni, kündigte Widerstand gegen die von Netanjahu vorgeschlagene Festschreibung des jüdischen Charakters Israels in einem Grundgesetz an.  

Sie werde "keine Schwächung der demokratischen Werte und deren Unterordnung unter jüdische Werte zulassen", wurde Livni von der Zeitung Times of Israel zitiert.

Netanjahus Forderung hatte bereits die am Dienstag vorerst beendeten Friedensgespräche mit den Palästinensern belastet. Die Opposition warf Netanjahu vor, die Siedlungspolitik beschwöre einen binationalen Staat herauf. Dies sei die größte Gefahr für den jüdischen Charakter Israels, die auch durch ein Gesetz nicht gebannt werden könne.

Unterdessen zog US-Außenminister John Kerry in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba eine nüchterne Bilanz der von ihm vermittelten Friedensgespräche. Es gebe jetzt eine "Pause" und die USA würden realistisch prüfen, was noch möglich sei, und was nicht. Beide Seiten hätten aber versichert, dass sie an weiteren Gesprächen interessiert seien.