Israel will auf die Zunahme von Hasskriminalität gegen Araber und Christen reagieren. Die Regierung plant deshalb ein Sondertreffen der Sicherheitsorgane, bei dem Gegenmaßnahmen beschlossen werden sollen.  

Zuvor hatten radikale Siedler binnen weniger Tage mehrere rassistisch motivierte Übergriffe begangen. In der jüdischen Siedlung Jizhar im Norden des Westjordanlands wurden israelische Polizisten von etwa hundert Ultranationalisten bedrängt und mit Steinen beworfen, als sie das Haus eines Ehepaars durchsuchten. 

Das Paar wird verdächtigt, am 18. April einen Brandanschlag auf eine Moschee in Umm al-Fahm in Nordisrael verübt zu haben. In der Nähe von Jerusalem und in der Hafenstadt Akko gab es laut Polizei weitere Sachbeschädigungen, die begleitet von araberfeindlichen Parolen waren. 

Am Samstag wurden nach Polizeiangaben auf einem Feld nahe der jüdischen Siedlung Beit Ajin bei Bethlehem 35 abgesägte und entwurzelte Olivenbäume gefunden, daneben der Schriftzug "Arabische Diebe". Graffiti mit rassistischen Sprüchen waren zudem am Freitag an der Grabstätte eines Gründers der palästinensischen Nationalbewegung nahe der Küstenstadt Haifa entdeckt worden. Zudem wurde in der vergangenen Woche eine Moschee in Fureidis bei Haifa und eine altertümliche christliche Kirche am See Genezareth beschädigt.

Die israelische Justizministerin Zipi Livni und ihr für Innere Sicherheit zuständiger Kabinettskollege Jizchak Acharonovitsch beriefen eine Dringlichkeitssitzung von Polizei, Armee, Geheimdiensten und Justizapparat ein, um über Schritte zur effektiveren Bekämpfung der Hasskriminalität zu beraten. 

Israel in der Kritik wegen Umgang mit Extremisten

Der frühere Geheimdienstchef Karmi Gilon kritisierte in einem Zeitungsinterview, die Sicherheitskräfte seien offensichtlich nicht bereit, die für diese Taten verantwortlichen "jüdischen Splittergruppen wie jede andere terroristische Splittergruppe zu behandeln". 

Auch das US-Außenministerium hatte Mitte vergangener Woche in seinem Jahresbericht zu globalen Terrorgefahren bedauert, dass diese Gewaltakte israelischer Extremisten "zumeist nicht strafrechtlich verfolgt wurden".