Bei einem Angriff mit Schusswaffen und Sprengsätzen auf das somalische Parlament sind am Samstag in der Hauptstadt Mogadischu mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Darunter sollen auch vier Kämpfer der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz gewesen sein, wie es aus Polizeikreisen hieß. Wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichten, wurden auch mindestens vier Wachleute getötet. Die Al-Shabaab-Miliz bekannte sich zu dem Anschlag.

Augenzeugen sagten, dass gegen Mittag vor dem Parlament, in dem sich mehrere Abgeordnete aufhielten, zunächst eine Autobombe detonierte. Anschließend seien bewaffnete und mit Sprengstoffgürteln ausgestattete Angreifer in das Gebäude eingedrungen. Inner- und außerhalb waren weitere Explosionen zu hören. Im Gebäude fielen zudem Schüsse.

Ein Sprecher der Al-Shabaab-Miliz bezeichnete den Angriff auf das "sogenannte somalische Parlament" als "heiligen Einsatz". Nach etwa vier Stunden konnten Sicherheitskräfte der Attacke ein Ende setzen. Mehrere Menschen wurden verletzt, darunter laut Zeugen zwei Abgeordnete.

Regierungschef Abdiweli Scheich Ahmed erklärte, alle Parlamentarier seien in Sicherheit gebracht worden. Er verurteilte die Attacke und dankte den Sicherheitskräften für ihre "schnelle Reaktion". Auch die Vertretung der Vereinten Nationen in Somalia verurteilte den Angriff.

Kritik wegen instabiler Sicherheitslage

Wenige Stunden nach der Tat, an die sich rund fünfstündige schwere Kämpfe anschlossen, erklärte Innenminister Abdikarim Hussein Guled seinen Rücktritt. Er stand schon vor der Attacke wegen der instabilen Sicherheitslage in dem Land am Horn von Afrika massiv unter Druck.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Eine funktionierende Staatsgewalt gibt es im gesamten Land nicht.Die Al-Shabaab-Miliz kontrollierte über Jahre hinweg weite Teile im Zentrum und Süden des nordostafrikanischen Landes. Die Armee und internationale Kräfte vertrieben sie zuletzt aus Mogadischu und anderen größeren Städten.

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Gruppe verübt weiterhin regelmäßig Anschläge auf Behörden und Sicherheitskräfte. Im April wurden binnen 24 Stunden zwei Abgeordnete bei Attentaten getötet. Einen Angriff auf das Parlament mit 16 Toten hatte es erst im Februar gegeben.