US-Sicherheitsfirma Academi bestreitet Einsatz in Ukraine

Die Vizechefin der US-Sicherheitsfirma dementiert einen Bericht, wonach Academi Söldner in der Ukraine einsetzt. Sie bestreitet, Kontakt zur Firma Blackwater zu haben.

Ukrainische Soldaten im Einsatz

Ukrainische Soldaten im Einsatz  |  © Reuters / Marko Djurica

Die US-Sicherheitsfirma Academi bestreitet, in der Ukraine aktiv zu sein. Academi habe nirgendwo in der Ukraine Personal präsent oder im Einsatz, sagte Vizeunternehmenschefin Suzanne Kelly ZEIT ONLINE. Es sei auch nicht geplant, in der Ukraine präsent zu sein oder einen Einsatz zu starten.  

Damit dementierte sie einen Bericht der Bild am Sonntag, wonach Academi etwa 400 Elitekämpfer an der Seite der ukrainischen Armee und Polizei im Einsatz hat. Die Bild bezeichnete Academi als Nachfolgeunternehmen von Blackwater. Der US-Sicherheitsdienst war in die Kritik geraten, weil eine Gruppe von Mitarbeitern im Jahr 2007 bei der Bewachung eines US-Diplomatenkonvois in der irakischen Hauptstadt Bagdad mindestens 14 Zivilisten getötet haben soll.   

Anzeige

Kelly sagte, es sei "unglaublich unverantwortlich", den Eindruck zu erwecken, Academi und Blackwater seien ein und dasselbe. Der Eigner von Blackwater habe die in den USA angesiedelte Trainingseinrichtung an eine private Investorengruppe verkauft, die diese und das zu seiner Unterstützung gegründete Unternehmen in Academi umbenannte. Der frühere Eigentümer habe alle Rechte an dem Namen Blackwater behalten. "Academi hat keine Beziehung zu ihm", sagte Kelly.

Bei dem international kritisierten Referendum prorussischer Aktivisten sprach sich eine große Mehrheit für die Abspaltung der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk" von der Ukraine aus. Ein ähnliches Ergebnis wurde auch im benachbarten Luhansk erwartet. Nach Angaben der Aktivisten habe es eine überwältigende Beteiligung und hohe Zustimmung für eine Eigenständigkeit gegeben. In einem nächsten Schritt wollten die Aktivisten staatliche und militärische Strukturen bilden, kündigte Führungsmitglied Denis Puschilin an. In Krasnoarmijsk gab es bei einem Militäreinsatz einen Toten und einen Verletzten. Nach Berichten russischer Medien hatten ukrainische Regierungstruppen in einem Wahllokal die Stimmabgabe für das Referendum gestoppt. In einem darauffolgenden Handgemenge fielen mehrere Schüsse.

Unterdessen traf Linksfraktionschef Gregor Gysi in Moskau ein. Am Montag sei ein Treffen mit Duma-Präsident Sergej Naryschkin geplant, hieß es aus Gysis Umfeld. "Ich will meinen Beitrag zur Deeskalation leisten", hatte Gysi vor seiner Abreise auf dem Linken-Parteitag in Berlin gesagt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. "Academi habe nirgendwo in der Ukraine Personal präsent oder im Einsatz,"

    Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an die Zeit, die Vizechefin dieses Unternehmens an die Strippe zu bekommen, Sonntagsmittags. Joffe Connection?

    Die richtige Frage wäre gewesen: Schließen Sie aus, das Mitarbeiter einer von Ihnen beratenen Firma freigestellt wurden und das diese freigestellten Mitarbeiter nun für eine von Ihnen beratene Firma arbeiten, die gerade in der Ukraine tätig ist?

    Alles andere wäre sinnlos. Keine US - Firma wird jemals Söldner in ein Bürgerkriegsland schicken, dessen Rechtsprechung sie nicht unter Kontrolle haben. Das gebietet schon der gesunde Menschenverstand. Es könnte ja sein, das der Journalist mit einer Kamera, der in Mariupol abgeschossen wurde, die amerikanische Staatsbürgerschaft gehabt hätte.

    Dies wäre der Ruin. Wer also eine solche Konstellation erwartet und seine Fragen danach ausrichtet, hat definitiv als Journalist eine andere Agenda als die wahrheitsgemäßer Berichterstattung.

    24 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich differenziert zum Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/sw

    Natürlich wird von dort, schon aus den von Ihnen genannten Gründen, nie ein Eingeständnis kommen.

    Von den anderen Gründen ganz zu schweigen.

    • L.J.
    • 11. Mai 2014 20:31 Uhr

    Dementieren kann man viel. Das US-Söldner dort aktiv sind ging im März schon durch die Presse(ausser durch unsere), z.B.

    http://www.dailymail.co.u...

    Die USA sind eben gleicher als andere Länder, sie dürfen Regierungen kippen; es wurde auch schon stark z.B. in Syrien eingegriffen mit den massiven Waffenlieferungen aus Bengazi. Interessant wäre es einmal wieviel weniger Tote es geben würde ohne Einmischung der USA in Revolutionsprozesse/Regimechanges anderer Länder.

    26 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Weder "BamS" noch "Daily Mail" sind ernstzunehmende Zeitungen bzw. Quellen.

    Es ist erstaunlich mit welcher Bereitwilligkeit hier auf einmal einer BILD-Meldung geglaubt wird, obwohl man sonst völlig zurecht mit großer Skepsis reagiert.

    Zur besseren Einordnung der Glaubwürdigkeit empfehle ich eine Lektüre von bildblog.de.

  2. 3. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich differenziert zum Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/sw

    10 Leserempfehlungen
  3. e, der gegen die Separatisten kämpft:

    https://www.youtube.com/w...

    Die beste russische Propaganda ist immer noch die Wahrheit. Das hat jetzt sogar Bild eingesehen. Ehe man komplett die Glaubwürdigkeit verliert, gibt man es zu.

    Nun hofft man bzw weiß, dass andere Systemmedien wie leider auch die ZEIT Dementis drucken.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    hat seine Gehabe am Computerspielen gelernt , das sind Kinder die zu Kriegsspiele gehen , das Problem für die örtliche Bewöhner , sie werden von den Gegenseite erstgenommen und danach wird echt geschossen .
    Der Junge man bestreitet ein Faschist zu sein , und dass bei seiner Spielgefährten Verletzen gibts , während auf dem anderen Seite schon , hat schnell die Propaganda gelernt .

  4. "Damit dementierte sie einen Bericht der Bild am Sonntag, wonach Academi etwa 400 Elitekämpfer an der Seite der ukrainischen Armee und Polizei im Einsatz hat."

    Es geht doch um eine Tochtergesellschaft der Academi (Ex-Blackwater): Greystone Limited. Siehe auch hier: http://www.zeit.de/politi...

    http://voiceofrussia.com/...

    Ein wichtiger Name in diesem "Spiel" ist auch Igor Kolomaisky, ein israelisch-ukrainischer Multimilliardär, der als einer der Hauptfinanziers des Nazi-Putsches gilt und den die Junta von Kiew nach dem Putsch zum Governeur von Dnepropetrovsk ernannt hat.

    12 Leserempfehlungen
  5. Deshalb haben immer noch die gleichen Leuten das Sagen. Academi arbeitet für Monsanto, das stand letzten Sommer sogar in der SZ offline. Rumsfeld ist wiederum dafür zuständig, dass Monsanto sich im amerikanischen Kongress durchsetzen konnte. Da sind dann unsere Protagonisten vom Irakkrieg ja wieder zusammen :(
    Ehemals Blackwater = Cheney - Monsanto mit Academie = Rumsfeld

    http://politicalblindspot...

    Google ist hier sehr auskunftsfreudig, liebe Redaktion

    13 Leserempfehlungen
  6. Diese Post-Blackwater Bande ist mit das Übelste was der Söldner Markt hergibt. Ich erinnere an die Morde im Irak und die Gerichtsverfahren gegen die Söldner. Jetzt schliesst sich auch der Kreis, warum die CIA die Leitung des Einsatzes übernommen hat. Entweder werden die Söldner aus den schwarzen Kassen der CIA bezahlt (wie im 1 Afghanistankrieg diese Osama bin Laden im Kampf gegen Russland finanziert hatten) oder wie Medien berichten, ein bekannter Oligarch die Finanzierung übernimmt. In beiden Fällen ein drastischer Skandal. Damit ist eine direkte US Einmischung erfolgt. Es ist makaber, wie hier einige mit erhobenen Zeigefinger auf Russland zeigen, dabei streifen hunderte US Söldner durch die Ostukraine. Und nun werden auch im Nachgang die abgehörten englischprachigen Funksprüche erklärbar. Und da diese Söldner in fremder Unifom agieren, trifft die Bezeichnung False Flag Operation zu. Wer kann denn jetzt noch ausschliessen, das nicht False Flag Aktionen durchgeführt wurden, die so aussehen sollten, als wären sie durch prorussische Aktivisten durchgeführt worden. Siehe Entführung DRK Mitarbeiter.
    Was übrigens auch ein Fakt ist, die Acedemi Söldner sind pefekt im Umgang mit Waffen russicher Herkunft ausgebildet, der Irakkrieg hat dafür gesorgt.

    11 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich verstehe nicht ganz, wie eine direkte US Einmischung erfolgt ist, wenn ein privates Unternehmen von irgendjemanden bezahlt wird, in die Ukraine zu gehen. Da müssten sie, meiner Meinung nach, schon Beweise vorlegen können, dass die CIA das ganze bezahlt, ansonsten ist diese Aussage nicht haltbar.

    Man könnte sonst ähnlich argumentieren, dass es eine direkte deutsche Einmischung in Syrien gibt, weil deutsche Staatsbürger dort kämpfen. Erklären sie mir das doch bitte genauer.

  7. Aus wikipedia: Der Academi (bis 2009 Blackwater Worldwide, bis 2011 Xe Services LLC [ˈzi][1]) ist das größte US-amerikanische private Sicherheits- und Militärunternehmen.
    Weiß Mrs Suzanne Kelly eigentlich für wen sie da arbeitet?
    Nun, bevor man/frau bei einem Unternehmen anheuert, sollte man sich informieren. Entweder ist Madam so gerissen oder intellektuell einfach nur sehr übersichtlich gestrickt. Beides prädestiniert sie wohl für diese Tätigkeit.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Laut englischer Wikipedia sind die von Frau Kelly gemachten Angaben richtig (http://en.wikipedia.org/w...).

    Die Frage ist eben, was man unter einem "Nachfolgeunternehmen" versteht.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, tst
  • Schlagworte Gregor Gysi | Medien | Denis Puschilin | Ukraine | Hauptstadt | Personal
Service