EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle hat sich langfristig für eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine ausgesprochen. Auch Georgien und die Republik Moldau sollen seiner Ansicht nach die Möglichkeit bekommen, in die Staatengemeinschaft aufgenommen zu werden, forderte Füle laut der Freitagsausgabe der Welt. Die europäische Perspektive sei der beste Anreiz für die nötigen Reformen in den Staaten Osteuropas, sagte der EU-Kommissar aus Tschechien. "Wenn wir ernst damit machen wollen, die Länder in Osteuropa zu transformieren, dann müssen wir auch ernsthaft das mächtigste Instrument, das wir zur Umgestaltung haben, nutzen: die Erweiterung."

Zugleich forderte Füle Veränderungen innerhalb der Union, um künftig neue Mitglieder aufnehmen zu können. Notwendig sei ein neuer politischer und institutioneller Rahmen in Europa, "der eine Fortsetzung der Erweiterungspolitik über die derzeitigen Ambitionen hinaus zusammen mit einer tieferen Integration erlaubt".

Russland versuchte unterdessen mit der am Donnerstag gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion seinen Einfluss auszuweiten. Das Abkommen wurde von den Staatschefs Russlands, Weißrusslands und Kasachstans unterzeichnet. Es soll die schon bestehende Zollunion erweitern und im Januar in Kraft treten. Ursprünglich sollte nach dem Willen Russlands auch die Ukraine daran teilnehmen.