Ukraine-Live-BlogSeparatisten melden hohe Mehrheit für Abspaltung

In Donezk verkünden die Separatisten ein eindeutiges Ergebnis: 89 Prozent der Teilnehmer hätten für eine Abspaltung von der Ukraine gestimmt. Die Entwicklungen des Tages

Bei dem international kritisierten Referendum prorussischer Aktivisten hat sich eine große Mehrheit für die Abspaltung der selbst ernannten Volksrepublik Donezk von der Ukraine ausgesprochen. Ein ähnliches Ergebnis wurde auch im benachbarten Lugansk erwartet. Nach Angaben der Aktivisten habe es eine überwältigende Beteiligung und hohe Zustimmung für eine Eigenständigkeit gegeben. In einem nächsten Schritt wollten die Aktivisten staatliche und militärische Strukturen bilden, kündigte Führungsmitglied Denis Puschilin an.

Allein in Donezk sprachen sich nach Angaben der Separatisten 89,7 der Teilnehmer des Referendums in der Region Donezk für die Abspaltung von der Ukraine aus. Ergebnisse aus Lugansk lagen noch nicht vor. Aktivisten sprachen am Abend von einer sehr hohen Wahlbeteiligung – angeblich 71 Prozent im Gebiet Donezk und mehr als 80 Prozent in Lugansk.

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Der "Volksgouverneur" von Donezk, Pawel Gubarew, sagte dem russischen Staatsfernsehen: "Das Referendum bedeutet uns alles." Die Schaffung eines neuen Staatssubjekts sei aber nur der erste Schritt auf dem Weg zur Bildung eines Landes "Neurussland" auf dem Gebiet der Südostukraine. Gubarew war unlängst aus ukrainischer Haft gegen gefangene Geheimdienstler freigetauscht worden.  

Die prowestliche Regierung in Kiew erkennt die Befragung wie die EU und die USA nicht an. Das Außenministerium warf Russland vor, die Abstimmung "inspiriert, organisiert und finanziert" zu haben. Frankreichs Präsident François Hollande nannte das Referendum bei einem Besuch in Aserbaidschan "null und nichtig".

Die Zentralregierung in Kiew betonte, in weiten Teilen der russisch geprägten Regionen mit mehr als 6,5 Millionen Menschen finde gar keine echte Abstimmung statt. Proukrainische Medien berichteten von massiven Fälschungen. Die Regierungstruppen setzten ihren "Anti-Terror-Einsatz" rund um die Städte Slawjansk, Kramatorsk und Krasny Liman im Gebiet Donezk fort.

In Krasnoarmejsk gab es bei einem Militäreinsatz einen Toten und einen Verletzten. Nach Berichten russischer Medien hatten ukrainische Regierungstruppen in einem Wahllokal die Stimmabgabe für das Referendum gestoppt. In einem darauf folgenden Handgemenge fielen mehrere Schüsse.

Academi dementiert Einsatz von US-Söldnern in der Ukraine

Die private US-Sicherheitsfirma Academi dementierte derweil Berichte über einen Einsatz von Söldnern in der Ukraine. Academi habe nirgendwo in der Ukraine Personal im Einsatz, sagte Vizeunternehmenschefin Suzanne Kelly gegenüber ZEIT ONLINE. Zuvor hatte die Bild am Sonntag unter Berufung auf Informationen des Bundesnachrichtendienstes (BND) berichtet, dass rund 400 Kämpfer von Academi an der Seite der ukrainischen Armee und Polizei im Osten des Landes im Einsatz stünden.  

Linksfraktionschef Gregor Gysi ist nach Moskau geflogen, um dort Gespräche über die Ukraine-Krise zu führen. "Ich will meinen Beitrag zur Deeskalation leisten", sagte er auf dem Linken-Parteitag in Berlin. Er wollte sich mit dem Präsidenten der russischen Staatsduma, Sergej Naryschkin, treffen. Derweil hat Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) sein Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin bei der Feier seines 70. Geburtstages in St. Petersburg verteidigt. Putin sei "keine Persona non grata", sagte Schröder der Welt am Sonntag. Er habe sich über Putins Kommen gefreut – "auch weil ich wusste, dass es dann die Möglichkeit für ein Gespräch gibt". Dieses Gespräch mit Putin habe auch zur Befreiung der OSZE-Beobachter in der Ukraine beigetragen, sagte Schröder.

Nach der Entsendung von Schiffen und Flugzeugen nach Osteuropa vor dem Hintergrund der Krise schließt die Nato eine weitere Verstärkung ihrer Präsenz nicht aus. "Wir stehen bereit, weitere Schritte zu unternehmen, mit mehr Übungen, aktualisierten Verteidigungsplänen und mehr Einsätzen, wenn nötig", sagte der Nato-Oberkommandierende, General Philip Breedlove, der Bild-Zeitung. "Unser nächster Schritt hängt davon ab, wie sich die Situation entwickelt."

Die Ukraine-Krise mit der Annexion der Krim durch Russland weckte insbesondere in den Baltischen Staaten und in Polen Sorge vor russischen Übergriffen. Breedlove stellte in dem Interview klar, dass das Bündnis keine Angriffe auf Bündnispartner zulassen werde.

Die Außenminister der 28 EU-Staaten wollen am Montag in Brüssel über härtere Sanktionen gegen Russland entscheiden. Nach Angaben von Diplomaten sind weitere Einreiseverbote und Kontensperrungen wahrscheinlich. Eine Namensliste sei vorbereitet. Künftig sollen nicht nur Personen, sondern auch Organisationen und Unternehmen von Sanktionen getroffen werden können. 

Die Entwicklungen des Tages in der Nachlese:

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Leserkommentare
  1. Demokratisch ist die Abstimmung,das muss man ihr lassen. Ich hoffe, dass die Wahl auch moeglichst frei und geheim ablaufen wird.

    Es waere schoen, wenn sich aus den Wahlergebnissen eine Verhandlungsgrundlage ableiten liesse, mit der die Gewalt in der Ukraine endlich gestoppt werden kann.

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    Die Leute, die die Wahl durchführen lassen, wissen ja nicht mal selber was die Kernaussage der Wahl ist, und Sie schwafln was von demokratischer Legitimation?

    http://orf.at/stories/222...

    Man kann nichtmal ansatzweise erahnen was die Fragestellung auf dem Wahlzettel für Folgen hat und wie das interpretiert werden kann.

    Ich hoffe dass jetzt auch langsam die ewigen Nörgler, dass es in D zu wenige Referenden gäbe, merken wie leicht dieses manipuliert werden kann. Ich finde es gut dass wir in D konsequent sehr kritisch sind bei diesen Thema.

    Die erste Voraussetzung für ein demokratisches Referendum ist ein entsprechender Zeitraum für die Kampagne sowohl für als auch gegen den zur Entscheidung stehenden Vorschlag. Und natürlich die Möglichkeit, frei und ohne Einschüchterung für jeden der Standpunkte zu werben. Schon bei der Krim war der zeitliche Vorlauf für eine Entscheidung solcher Tragweite viel zu kurz (zwei-drei Wochen); so eine Hast brauchen nur Leute, denen es nicht um die Entscheidung geht, die die Menschen wirklich wollen, sondern um die Produktion einer scheinbaren Legitimation. (Und freie Diskussion war vor dem Krim-"Referendum" auch nicht möglich). Selbst wenn es keine Fälschungen des Ergebnisses gegeben haben sollte (es gibt Indizien für solche Fälschungen), wäre deshalb das Krim-"Referendum" illegitim. Alles dies gilt natürlich verschärft für die "Referenden" in der Ostukraine. Wenn auf der Krim noch Komödie von einem gewissen Niveau gespielt wurde, ist das heutige "Referendum" eine Farce, über die man noch nicht einmal mehr lachen kann. Und da es keinen Ausdruck des Willens der Bevölkerung darstellt, braucht man es nicht nur nicht zu respektieren, man sollte es sogar ausdrücklich missachten. Sowohl das Krim-Referendum, als auch seine Wiederholung als Farce in der Ostukraine.

    • Matt72
    • 11. Mai 2014 8:01 Uhr

    ein Referendum ist eine Farce also, wenn es uns nicht passt. Das nennt sich .Weltblick! Übrigens, die Menschen dort wissen längst worum es dabei geht. Lassen Sie sich von der ZO Propaganda nicht so stark beeinflussen.

    Demokratie funktioniert als zivile Veranstaltung, wo der freie Austausch von Meinungen möglich ist.
    Mit dem Auftauchen von vermummten in Tarnuniform und Kriegswaffen, die öffentliche Plätze besetzen, ist die Zivilgesellschaft im Eimer, da findet keine Demokratie mehr stand.

    Eine freie Meinungsbildung, wo die Alternativen offen und gefahrlos vorgestellt und diskutiert werden können und die Durchsetzung politischer Macht mittels einer kleinen organisierten Minderheit militanter Waffenträger, die den öffentlichen Raum besetzen, ist ein Unterschied zwischen Tag und Nacht, zwischen Zivilisation und Barbarei.

    "The idea that free and fair voting could take place in these so-called referendums is absurd. Not only are these referendums completely illegitimate in the eyes of the international community, they would be taking place amid a climate of fear, violence and lawlessness that is sure to keep many away from polling places.

    http://www.oscepa.org/

    Natürlich haben sie völlig recht, der Wille des Volkes sollte respektiert werden. Eigentlich.
    Aber meinen sie, in der Ulraine würde sich irgendwer irgendwie vom Volkswille stören lassen?
    Das Wahlergebnis steht längst wieder fest wie auf der Krim (95% dafür, russische Soldaten vor Ort damit die Wahlen auch zu einem ordentlichen Ergebnis führen - beides von Putin und seinen Beratern so bestätigt)
    So what?

    Die einfachen Ukrainer sind die allerletzten, die irgendwas zu sagen haben.
    Das Land wird von rowdies und warlords, von korrupten Beamten, raffgierigen Oligarchen und Kriminellen beherrscht.

    Und:
    Es steht in der Bildzeitung.
    Iast das kein Thema für die Zeit?

    • JR71
    • 11. Mai 2014 11:31 Uhr

    ich finde den Respekt vor dem Willen der Bevölkerung grundlegend und diese Abstimmung zu dämonisieren, wäre lächerlich. Trotzdem erwarte ich mir unter den gegebenen Umständen und der Parteilichkeit der Referendum-Veranstalter nicht unbedingt ein zuverlässiges Ergebnis.

    Auf westlicher Seite würde ich einfach locker bleiben und das Referendum als "Stimmungsbild", wie man heue so schön sagt, erst einmal zur Kenntnis nehmen. Es heißt ja nicht, dass man ihm sofort Folge leisten muss oder die Art und den Zeitpunkt der Durchführung nicht kritisieren könnte.

    und organisieren eben mal ein Referendum, für das normale, gut organisierte Staaten mindestens ein halbes Jahr brauchen.

    Und ihr Rechten tut so, als würdet ihr diesen Mist glauben. Das ist das Verlogene an dieser "Diskussion".

    Deswegen sind Rechte verachtenswerter als Linke: Unsinn reden sie beide, aber die Linken glauben wenigstens an ihre Utopien. Die Rechten lügen einem frech ins Gesicht und finden nichts dabei.

    Wenn diese Schlägertypen in Europa die Straßen beherrschen, so wie sie es in der Ostukraine schon tun, dann gnade uns Gott.

    Aber ob diese Mehrheit glaubwürdiger ist, wie die auf der Krim darf wieder bezweifelt werden.

  2. Aussage des "Wahlleiters" Liagin:

    "Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS zitierte Liagin am Samstag mit den Worten: „Das Ergebnis des Referendums gilt unabhängig von der Wahlbeteiligung."

    http://orf.at/stories/222...

    Damit ist die Ukraine defacto zersplittert, somit wird Moskau wunderbar argumentieren können, dass westliche Initiativen als "Faschitische" Okkupation zu sehen sind, während ein Angriff Moskaus lediglich Hilfe für "Blutsbrüder" ist.

    Nicht dass es das noch nicht gab, aber nun werden genau die selben Lügen wie beim Krimreferendum verbreitet, um die Separatisten zu rechtfertigen.

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    Bundestagswahlen oder Europawahlen sind ebenfalls gültig unabhängig von der Wahlbeteiligung.
    Jetzt wird schon an den Argumenten des Westens gearbeitet, weshalb dieses Referendum nicht anerkannt wird.
    Es gibt nicht nur russische Interessen, es gibt ganz massive westliche Interessen.

    • lnbeil
    • 11. Mai 2014 9:37 Uhr

    warum die einen auf Zivilisten schiessen lassen dürfen und die anderen nicht, unterstütze ich den Freiheits- (Unabhängigkeitsdrang) der Menschen im Osten der Ukraine.

    Wie würde das Land heute aussehen, wenn es den blutigen Putsch nicht gegeben hätte?
    Mehr als 200 ermordete Ukrainer noch leben.
    Die Einheit des Landes wäre unangetastet.
    Es gäbe keinen Hass zwischen Bevölkerungsgruppen,die mehrere Jahrzehnte friedlich miteinander gelebt haben.

    Dass die EU ja genau das gemacht hat: durch die einseitige Unterstützung der Ultranationalistischen Svoboda und "Assoziierungsabkommen" mit einer illegitimen Regierung, hat sie die Ukraine defacto zersplittert. Putin braucht die Splitter bloss einzusammeln.

    Die Verlierer sind die Menschen in der Ukraine.

  3. 'Unter Berufung aus diesselbe Quelle schreibt das Blatt, dass 400 Elitesoldaten des US-Militärdienstleisters Academi, der früher Blackwater hieß, ukrainische Sicherheitskräfte unterstützten.'

    Soeldner jetzt also. Grauenhaft. Fuer diese armen Menschen gilt die Genfer Konvention nicht. Sie sind sozusagen Freiwild auf dem Schlachtfeld. Europa sollte diese menschenunwuerdigen Bedingungen fuer Arbeitskraefte - denn nichts anderes sind Soeldner - schleunigst unterbinden.

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    Das ist der Kernpunkt in diesem Artikel/Blog, die USA haben nun tatsächlich (Leih-)Soldaten in der Ukraine. Diese werden nicht überlaufen, weil sie nicht auf die eigene Bevölkerung schießen können, und auch keine sonstigen emotionalen Bindungen zu den Menschen besitzen, Fremdsoldaten eben. Wer den Schuss noch nicht gehört hat: Wir haben Krieg, und wir werden, wie auch im Kosovo, mit Lügen und beinahe totalitärer Öffentlichkeitsarbeit hörig gestimmt. Abscheulich. Abscheulicher ist die Anmaßung der moralischen Autorität.

    Jetzt ist es Sonntag morgen, und der Kommentar entspricht nicht der Sichtweise der Zeit,Süddeutsche, Spiegel und die anderen Großen, die aktiv in transatlantischen Thinktanks mitwirken. Nein, das heißt nicht, dass ich im Ural sitze. Sowieso, im Osten darf ich mich nicht frei äußern, es gäbe Drohungen mit Aussicht auf mehr, plump. Im Westen darf ich sagen was ich will, hat keinen Effekt aufs Geschehen, aber alles kommunizierte wird mit bizarren Gründen gespeichert....
    (Bizarr zur tatsächlich bestehenden Lage)

    "Soeldner jetzt also. Grauenhaft. Fuer diese armen Menschen gilt die Genfer Konvention nicht. Sie sind sozusagen Freiwild auf dem Schlachtfeld."

    Machen Sie bitte keine Witze. Die "Separatisten" in der Ostukraine sind, wie sie durch Geiselnahme von Rotkreuz-Mitarbeitern und OSZE-Beobachtern bewiesen haben, mindestens zu einem erheblichen Teil miese Kriminelle, die nicht daran denken, sich an irgendwelche Konventionen zu halten (sie werden nur durch Schrecken, Gegengewalt oder einen Anruf aus Russland im Zaum gehalten). Abgesehen davon ist mir nicht bekannt, dass Kombattanten, die für Geld kämpfen, nicht der Genfer Konvention unterlägen. Die meisten aktiven Heeresteile bestehen heutzutage eh aus Berufssoldaten.

    wenn das stimmt, und das verbreitet wird in der russischen Bevölkerung, dann gibt es keine Argumente für den ukrainischen Einheitsstaat.
    Sollten noch Massaker an der Zivilbevölkerung dokumentiert werden und der Weltöffentlichkeit präsentiert werden, so wird, hoffentlich auch bei uns in den Medien ein Umdenken stattfinden.

    dass D auch hier seiner Bündnistreue gerecht wird und sich an der Finanzierung der galizischen Akademiker in angemessener Höhe beteiligt.

    ... wer glaubt die Kanzlerin weiss von solchen "Bezahl-Mördern" via Academi nichts, sollte die Hoswen mit der Kneifzange anziehen!
    Schäme dich Deutschland einem solch perfieden Getue auch noch schleimig dad gefährliche Feuer eines größeren Krieges zu beschleunigen......

  4. Die Leute, die die Wahl durchführen lassen, wissen ja nicht mal selber was die Kernaussage der Wahl ist, und Sie schwafln was von demokratischer Legitimation?

    http://orf.at/stories/222...

    Man kann nichtmal ansatzweise erahnen was die Fragestellung auf dem Wahlzettel für Folgen hat und wie das interpretiert werden kann.

    Ich hoffe dass jetzt auch langsam die ewigen Nörgler, dass es in D zu wenige Referenden gäbe, merken wie leicht dieses manipuliert werden kann. Ich finde es gut dass wir in D konsequent sehr kritisch sind bei diesen Thema.

    21 Leserempfehlungen
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    Es ist letzendlich egal, wie Sie und ich die Dinge sehen.

    Die Menschen in der Ostukraine werden jedoch auf der einen Seite ihre Nachbarn sehen, die waehlen lassen. Auf der anderen Seite auf Zivilisten schiessende Panzer und - so schreibt die ZEIT - bewaffnete Soeldner aus weiter Ferne.

    Keine Frage, wem der moralische Vorteil derzeit gehoert. Es ist ausgesprochen traurig, laesst sich aber nicht anders interpretieren.

    sie bei den Präsidentschaftswahlen gleich gar nicht. Aber wir nehmen sie beim Händchen, und zeigen ihnen schon was sie wirklich wollen. Gell?

  5. 5. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Die Redaktion/mak

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    Es ist irrsinnig zu glauben, diese Jungs haetten auch nur eine Chance. Eine Lebensversicherung wuerde ich jedenfalls keinem von ihnen verkaufen. Stattdessen werden sie wohl in ein wuetendes Wespennest treten, vor dem es kein Entrinnen gibt.

    Napoleon hatte keine Chance gegen die Zaehigkeit der Russen, und auch die gerissensten und verkommensten Generaele der Deutschen haben mit eingekniffenem Schwanz Reissaus genommen.

    Verhandlungen und Deeskalation sind die einzigen Wege,aus der Krise in der Ukraine halbwegs unversehrt wieder herauszukommen. Die militaerische Option ist selbstmoerderisch.

    08.10 Uhr: Die ukrainischen Sicherheitskräfte werden einem Medienbericht zufolge von 400 Elitesoldaten des US-Militärdienstleisters Academi - früher Blackwater - unterstützt.Der "Bild am Sonntag" zufolge setzte der Bundesnachrichtendienst (BND) die Bundesregierung am 29. April darüber in Kenntnis. Die Angaben sollen einem Vorabbericht zufolge vom US-Geheimdienst stammen. Der BND habe eine Stellungnahme abgelehnt. Private Sicherheitsfirmen wie Academi gerieten insbesondere während des Irak-Kriegs in die Kritik. In den USA stehen mehrere ehemalige Blackwater-Angestellte im Zusammenhang mit der Tötung von irakischen Zivilisten vor Gericht.

    http://www.focus.de/polit...

  6. Es ist letzendlich egal, wie Sie und ich die Dinge sehen.

    Die Menschen in der Ostukraine werden jedoch auf der einen Seite ihre Nachbarn sehen, die waehlen lassen. Auf der anderen Seite auf Zivilisten schiessende Panzer und - so schreibt die ZEIT - bewaffnete Soeldner aus weiter Ferne.

    Keine Frage, wem der moralische Vorteil derzeit gehoert. Es ist ausgesprochen traurig, laesst sich aber nicht anders interpretieren.

    31 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Hahahahahaaaaa...."
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    Vielleicht ist es das warum so viele Menschen in D die Situation nur mit einem Achselzucken bewerten. Die jetzt schon zumindest im konjunktiv betroffenen (Thema Gaslieferungen, Wirtschaft) setzen ja schon jetzt alle Hebel in Bewegung, damit die EU beim Thema Putin milde bleibt.

    Die Ukraine ist aber nicht mehr sehr weit von D entfernt, und dass die NATO in Polen und auf dem Baltikum verstärkt wird zeigt doch schon dass die Strategie Putins auch ziemlich schnell sehr nah werden könnte.

    Nach Tschetschenien und Georgien ist nun die Ukraine dran...

    " Auf der anderen Seite auf Zivilisten schiessende Panzer und - so schreibt die ZEIT - bewaffnete Soeldner aus weiter Ferne.
    Keine Frage, wem der moralische Vorteil derzeit gehoert. Es ist ausgesprochen traurig, laesst sich aber nicht anders interpretieren."
    ... mit welcher Sicherheit Sie aus weiter Ferne moralische Beurteilungen fällen.
    Nur zu Ihrer Information. Putin säht vorsätzlich Hass auf menschenfresserähnlich dargestellte Faschisten, die sein riesiger Propagandapparat erfindet. Die ach so bösen Faschisten haben sich gerade erst mit dem israelischen Botschafter getroffen und versichert, dass sie jeden Antisemitismus bekämpfen werden. Sie standen auch Seite an SEite mit Juden auf dem Maidan. Das braune Gespenst, was Putin erfindet, verdeckt seine eigene braune Ideologie, die von Dugin bestimmt ist. Der Wiederanschluss der Ukraine steht nachweislich seit mindestens 15 Jahren auf der Kremlagenda. Und dass Putin dass mit Verstößen gegen Völker- und Menschenrechte und mit dem Sähen von Hass erreichen will, daraus hat er auch schon vor 14 Jahren kein Hehl in seiner Autobiographie gemacht:
    “Man muss in einem vaterländischen Feldzug vor allem den Sieg im Kopf haben und nicht die bedenkenvolle Fehlervermeidung. Der Kriegsverlauf kann auch unordentlich und nicht lupenrein ausfallen, es kommt auf die kühl kalkuliert erzeugte Emphase des Volkes an und nicht zwingend auf das Kriegs- oder Völkerrecht, nicht auf klar erkennbare Militärinsignien und dergleichen.”

  7. Hatten das nicht einige Verschwörungstheoretiker schon lange behauptet.

    Deeskalation auf amerikanisch.

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    Blackwater hat seit dem Irakkrieg einen solchen Ruf, dass man den Namen änderte.

    Und eine solche "Firma" wird zur Unterstützung der ukrainischen Sicherheitskräfte herangezogen.

    Und dann wirft man der Gegenseite mangelnde Deeskalationsbereitschaft vor.

    Das war "Russenpropaganda, als RIA das berichtete! Zur Vollständigkeit sollten Sie auch sagen:
    Der "Bild am Sonntag" zufolge setzte der Bundesnachrichtendienst (BND) die Bundesregierung am 29. April darüber in Kenntnis. Die Angaben sollen einem Vorabbericht zufolge vom US-Geheimdienst stammen. Der BND habe eine Stellungnahme abgelehnt. ....In den USA stehen mehrere ehemalige Blackwater-Angestellte im Zusammenhang mit der Tötung von irakischen Zivilisten vor Gericht.
    A M 2 9 . 0 4 . !

    "Wenn ihm kein Überflugrecht gewährt werde, werde er Rumänien demnächst mit einem Bomber ansteuern, drohte der russische Regierungsvize Rogosin auf Twitter."

    Rumänien ist Mitglied der NATO.

    http://www.faz.net/aktuel...

    Demokratieexport ala USA ... Wenn eben die Streitkräfte der Ukraine sich wehren, gegen das eigene Volk zu schiessen, nimmt man eben den rechten Sektor und die amerikanische Hilfe an...
    BLACKWATER .. waren das nicht die Leute, die Irakische Zivilisten einfach mal erschossen, weil sie "gefährlich" aussahen? und waren es bucht die Kollegen, die sich an irakischen Museen gütlich taten?
    Und die Ukrainische Regierung behauptete vorgestern, dass die Separatisten aus SÖLDNERN Russlands bestehen?

    Ich schäme mich für Europa , die das alles zulässt und diese Regierung in Kiew unterstützt. Pleite aber 400 US Söldner teuer bezahlen.. ( Tagessatz ca. 1000-2000$ pro Mann ) das soll der Preis 2006 gewesen sein!

    http://www.rp-online.de/p...

    auf russisch scheinen Sie vergessen zu haben oder finden Sie diese legitim?

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie zum konkreten Artikelthema. Die Redaktion/sg

    Wieso nicht Verschwörungstheorie? Wer sich aus Hass auf die USA und/oder Vorliebe für faschistische Regime Dinge aus den Fingern saugt, der ist und bleibt ein VT. Das ändert sich auch nicht dadurch, dass sich die Agitation im Nachhinein bewahrheitet.

    Davon abgesehen sind wir Transatlantiker natürlich erleichtert darüber, dass kämpfende Einheiten aufseiten der Demokratie tätig sind, dass also der Völkerrechtsbruch und Terror ausländischer bzw. im Namen ausländischer Mächte tätiger Marodeure nicht mittels Deeskalationsgebahren und ein paar Sanktiönchen geradezu gefördert wird. Es wurde einfach Zeit.

    Darüber hinaus hat die ukrainische Regierung JEDES Recht, gewaltsam gegen den Terror im Osten vorzugehen und dazu nach Belieben inländische und/oder ausländische Polizei oder Militärkräfte einzusetzen. Mehr noch: Sie ist dazu verpflichtet. Eine ausländische Macht hingegen hat selbstverständlich keinerlei Recht auf Rücksichtnahme auf in ihrem Namen oder gar in ihrem Auftrag tätige Marodeure. Das wäre ja auch noch schöner.

    ... hier aus Polen: http://nie.com.pl/13-2014... stimmt, wonach das polnische Innenministerium Mitglieder des rechten Sektors im Straßenkampf ausbildete.

    "Hatten das nicht einige Verschwörungstheoretiker schon lange behauptet."

    Ja, ich bin einer von diesen "VT". Wenn ich richtig liege, dann noch bevor RIA N. davon berichtete. Meldung vom 06. März:

    "Laut des russischen Geopolitikers, Alexandre Dugin, hat eine Tochtergesellschaft der Academi (Ex-Blackwater), Greystone Limited ihren Einsatz in der Ukraine begonnen.

    Die Söldner kämen gruppenweise in Zivilkleidung mit schweren Rucksäcken am Flughafen in Kiew an, von wo sie nach Odessa gesendet würden."

    Das die Firma selbst jetzt bestreitet ist nur logisch. Ich bin aber doch erstaunt, dass das nun durch den BND bestätigt wurde. Ich halte folgendes vom 07. April für realistisch:

    "Kiew hat drei Verbände zur Unterdrückung des Volksaufstandes in die ostukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk verlegt. Das erfuhr RIA Novosti am Montag aus Quellen in den ukrainischen Sicherheitskräften.

    Es gehe um eine Einheit der Innentruppen, eine Formation der Nationalgarde, zu der die besten Kämpfer vom „Rechten Sektor“ gehörten, sowie eine Einheit der Blackwater-Söldner in der Uniform der ukrainischen Sonderpolizei „Sokol“. „Ihnen wurde die Aufgabe gestellt, die Proteste maximal schnell und hart niederzuschlagen“, sagte der Gesprächspartner, der anonym bleiben wollte."

    http://de.ria.ru/post_sov...

    <<< Academi bestreitet, in der Ukraine Personal einzusetzen. Die Bild am Sonntag hatte berichtet, der US-Dienst unterstütze Armee und Polizei dort mit 400 Elitekämpfern. <<<

    ... in der Ukraine. Vielleicht weil die 400 Söldner von der Tochter Greystone Limited stammen und nicht von Academi.
    Also, liebe ZEIT, direkt mal da anrufen:
    Greystone Business Office, 001 (757) 842-7273

    Aber schön zu sehen, dass die ukrainische "Regierung" zum Machterhalt nicht nur auf Neonazis zurückgreift sondern auch auf us-amerikanische Söldnerunternehmen.

    ---
    @Redaktion
    Bitte #609 entfernen, Doppelpost, sorry.

    • lesia
    • 11. Mai 2014 22:22 Uhr

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/dd

  8. "Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) hat Kritik an seiner Geburtstagsparty in St. Petersburg und der herzlichen Umarmung mit Kremlchef Wladimir Putin zurückgewiesen. "Der russische Präsident ist keine Persona non grata", sagte Schröder der Welt am Sonntag und dem SonntagsBlick. Er sei sich bewusst gewesen, bei seiner Umarmung Putins fotografiert zu werden. Das Treffen habe zur Freilassung der gefangenen OSZE-Militärbeobachter beigetragen"

    Es ist verblüffend. Natürlich freue ich mich dass Schröders Kontakt helfen konnte, die OSZE - Beobachter zu befreien. Seltsam ist dass Putin immer nur bei bestimmten Situationen plötzlich doch Einfluss hat auf die Separatisten.

    Ich finde es Schade dass die EU und die USA immer den Eindruck hinterlassen, es ginge einzig um Interessen in der Ukraine. Es ist auch Schade dass Putins Propaganda nicht noch entschiedener entlarvt wird. Stattdessen stützt man sich auf Leute wie Schröder, die entweder blauäugig sind oder Oligarchen "in the making" sind.....

    5 Leserempfehlungen
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    Manche der gleichen Leute, die in Osteuropa lauthals nach Waffen und militaerischer Eskalation schreien, sind traditionell nicht nur Gegner Russlands, sondern auch - immer noch! - ausgesprochen energische Gegner der Deutschen. Trotz Ostvertraegen. Troz Abruestung der Bundeswehr. Trotz EU. Trotz NATO. Trotz 70 Jahren von Frieden.

    Die Brueder Kaczynski und ihre nationalistischen Gesinnungsgenossen in Osteuropa schreckten jedenfalls nicht davor zurueck, auch Frau Merkel mit Htilerschnurrbart auf die Titelblaetter ihrer Zeitungen zu stecken.

    Wollen Sie vorschlagen, wir sollten deren Propaganda glauben? Putin = Hitler? Merkel = Hitler?

    Bitte nicht!

    "Es ist auch Schade dass Putins Propaganda nicht noch entschiedener entlarvt wird. Stattdessen stützt man sich auf Leute wie Schröder, die entweder blauäugig sind oder Oligarchen "in the making" sind....."

    Es ist auch schade, das die Propaganda des Westens nicht noch entschiedener entlarvt wird, z.B, zu propagieren, Russland könnte ein Natoland angreifen.

    Ich kann in Schröders Interview keine Blauäugigkeit herauslesen. Im Gegenteil, er entlarvt den untauglichen Versuch des Westens die Welt als Wunsch zu begreifen und Realitäten auszublenden ohne die Defizite im "Reich des Bösen" zu leugnen.
    Er propagiert im Grunde genommen den Weg aus der Krise durch Aufgabe von Maximalforderungen und Gespräche alle Konfliktparteien auf Augenhöhe. Er fordert die Unabhängigkeit der BRD und der EU von Einflüsterungen der USA und weist damit im Grunde genommen auch der EU den Weg in die Zukunft.
    Ein wirklicher Putinversteher und Russlandkenner. Übrigens wer sich jemals mit Veteranen oder Menschen die die Belagerung Leningrads durchgemacht mitgemacht haben unterhalten hat, weiß wovon Schröder spricht, wenn er meint wir sollten das Ansehen das Deutschland in Russland und bei den Russen genießt nicht zerstören.

    Er spricht auch davon, dass die Presse auch etwas an ihren Lesern ( ich denke er meint die Medien insgesamt ) vorbeischreibt.
    Ich hoffe Frau Merkel liest das Interview, ob sie Rückschlüsse dann daraus zieht wissen wir nicht.

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ukraine | Donezk | Arseni Jazenjuk | Wladimir Putin | Russland | Wahl
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