US-Präsident Barack Obama © Kevin Lamarque /Reuters

US-Präsident Barack Obama hat Russland vor jeder Aggression gegen einen Nato-Alliierten in Osteuropa gewarnt. Obama warf der Regierung in Moskau "dunkle Taktiken" vor und sprach von einer "Aggression" Russlands in der Ukraine-Krise. "Wir werden die russische Okkupation der Krim und die Verletzung der ukrainischen Souveränität niemals akzeptieren", sagte Obama auf dem Fest der Freiheit in Warschau, das an die erste annähernd freie Wahl in Polen vor 25 Jahren erinnern sollte.  

"Die Freiheit in Europa ist niemals garantiert", sagte Obama und erinnerte an Artikel 5 des Nato-Vertrages: Wer einen Verbündeten angreife, greife alle an, sagte der US-Präsident. "Polen, und auch Litauen und Rumänien werden niemals alleine stehen", sagte Obama. An ihrer Seite stünde mit den USA die stärkste Militärmacht der Welt und mit der Nato eine unzerstörbare Allianz. "Das sind nicht nur Worte, das sind unverbrüchliche Verpflichtungen", sagte Obama.

Im Gegenzug warf Russlands Präsident Wladimir Putin der US-Regierung Scheinheiligkeit vor, weil diese Russland wegen der Ukraine-Krise isolieren wolle. "Wir haben fast keine Soldaten im Ausland", sagte er im russischen Sotschi dem französischen Sender TF1. "Aber überall in der Welt sind US-Militärstützpunkte, amerikanische Soldaten Tausende Kilometer von ihren Grenzen." Die USA "mischen sich in die inneren Angelegenheiten von diesem und jenem Land ein. Da ist es schwierig, uns einen Missbrauch vorzuwerfen".  

Putin zeigt sich zum Dialog bereit

Zugleich zeigte sich Putin unzufrieden über Obamas Zögern, ihn am Rande der Gedenkveranstaltungen zum Ende des Ersten Weltkrieges in Frankreich zu treffen. "Es ist seine Entscheidung, ich bin zum Dialog bereit", sagte Putin TF1.

Zu den Gedenkveranstaltungen werden ab Donnerstag zahlreiche Staats- und Regierungschefs nach Frankreich reisen. Am Rande der Zeremonie wird Putin mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident François Hollande zusammentreffen. Ein direktes Gespräch zwischen Putin und Obama ist bislang jedoch nicht bestätigt.