Chinas Zensur hat den Zugang zu Google-Diensten im Land weitgehend gesperrt. Die Blockade steht möglicherweise im Zusammenhang mit dem bevorstehenden 25. Jahrestag des Pekinger Massakers vom 4. Juni 1989 an diesem Mittwoch, könnte aber auch langfristig angelegt sein.

Seit dem Wochenende sind unter anderem die Suche, Gmail und Google-Maps betroffen. "Es ist die bisher strengste Zensur, die angewandt wurde", stellte die Website Greatfire.org fest, die Chinas "Große Firewall" verfolgt, mit der Onlinedienste zensiert werden. Google teilte nach Medienberichten mit, es gebe "keine technische Probleme auf unserer Seite".

Am Vortag des 25. Jahrestages der Niederschlagung des Studentenaufstands auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking erhöht die Führung die Sicherheitsvorkehrungen. Zusätzliche Polizisten wurden mobilisiert und patrouillierten in den Straßen der Hauptstadt. Kontrollpunkte wurden eingerichtet.

Vorgehen der Behörden dieses Jahr besonders hart

Die chinesische Führung lässt jedes Jahr rund um den Jahrestag zum Tiananmen-Massaker Aktivisten inhaftieren. In diesem Jahr ist das Vorgehen der Behörden allerdings besonders hart. In Peking und anderen Großstädten wurden bereits mehrere Bürgerrechtler, Künstler und Regierungskritiker festgenommen. Die Polizei drohte ausländischen Journalisten ernste Konsequenzen an, würden sie vor dem Jahrestag über heikle Themen berichten. 

Am 4. Juni 1989 schlug das Militär die Proteste einer ursprünglich studentischen Demokratiebewegung nieder. Dabei wurden Hunderte Menschen getötet. China erlaubt keine Diskussion über die Ereignisse von damals, die Regierung hat die Opferzahl nie bekannt gegeben.