Eine US-Spezialeinheit hat einen der mutmaßlichen Drahtzieher der tödlichen Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi am 11. September 2012 gefasst. Der Verdächtige Ahmed Abu Chatallah sei bei einer geheimen Kommandoaktion in Libyen festgenommen worden, teilte Pentagon-Sprecher John Kirby mit. Chatallah werde derzeit "an einem sicheren Ort außerhalb von Libyen" festgehalten.

Bei dem Anschlag radikaler Islamisten 2012 waren der US-Botschafter Chris Stevens und drei Wachleute getötet worden. Das Thema ist in den USA parteipolitisch stark aufgeladen: Die oppositionellen Republikaner werfen der Regierung von Präsident Barack Obama Versagen vor, weil das Außenministerium Hinweise auf Sicherheitslücken in Bengasi und die Bedrohung durch Extremisten ignoriert haben soll.

Ein im Januar veröffentlichter Bericht des Senats kam zu dem Schluss, dass die Attacke hätte verhindert werden können. Kürzlich richtete auch das Repräsentantenhaus einen Untersuchungsausschuss zu Bengasi ein.

Nach dem Anschlag im September 2012 hatten die Republikaner den Präsidenten außerdem beschuldigt, den terroristischen Hintergrund anfänglich verheimlicht zu haben. Damals befand sich Obama mitten im Wahlkampf gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Vertreter der Regierung hatten die Attacke zunächst als spontanen Protest gegen ein in den USA produziertes anti-islamisches Schmähvideo dargestellt. Erst später vertrat Obamas Regierungsmannschaft geschlossen die Linie, dass islamistische Extremisten für den Angriff verantwortlich gewesen seien.