Die Zahl der Flüchtlinge ist 2013 auf mehr als 51,2 Millionen gestiegen. Das sind sechs Millionen mehr als im Jahr zuvor, wie aus dem Jahresbericht des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hervorgeht. Damit sind erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht oder suchen Asyl.

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres sieht dies als eine Folge "nicht enden wollender Kriege sowie fehlgeschlagener Bemühungen, Konflikte zu lösen oder zu verhindern". Er verlangte mehr Geld, um Flüchtlinge besser versorgen zu können. "Neue Finanziers  müssen an die Seite der traditionellen Geberstaaten treten", sagte er.

Vor allem der Krieg in Syrien hat die Zahl der Flüchtlinge im vergangen Jahr ansteigen lassen.  2,5 Millionen Syrer retteten sich ins Ausland, 6,5 Millionen sind noch im Land auf der Flucht.

Syrien ist auch der Staat, aus dem 2013 die meisten Asylbewerber kamen. Im vergangenen Jahr baten 64.300 Syrer darum, im Ausland aufgenommen zu werden. Die meisten Anträge davon stellten sie in Deutschland. Die Bundesrepublik erhält auch weltweit die meisten Asylanträge.

Flüchtlingskrise im Libanon - "Sozialer und ökonomischer Brennstoff" Der Libanon ist das einzige Nachbarland, das noch Flüchtlinge aus Syrien aufnimmt. Zusätzlich zu 4,5 Millionen Einwohnern kommen derzeit mehr als eine Million Syrer. ZEIT-Korrespondentin Andrea Böhm über die Spannungen im Libanon

Besonders sorgt sich das UNHCR um die Menschen, die in ihrem Heimatland auf der Flucht sind. Diese Gruppe ist mit 33 Millionen die größte und am die am schnellsten wachsende Gruppe. Laut dem UNHCR ist es besonders schwierig, diesen Menschen zu helfen, da Hilfswege häufig versperrt oder gefährlich sind. Außerdem gebe es hier keine internationalen Schutznormen, die für Flüchtlinge gelten, die sich im Ausland aufhalten.

Nicht in der Zahl von 51,2 Millionen Menschen enthalten sind Staatenlose. Wie viele deswegen nicht in der Statistik auftauchen, ist laut UNHCR nur schwer zu errechnen. Das Hilfswerk kam auf drei Millionen. Es geht jedoch davon aus, dass es sich dabei nur um ein Drittel der Betroffenen handelt.