Die irakische Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki weiß, dass sie Hilfe benötigt im Kampf gegen die Extremisten im Land. Deshalb soll al-Maliki die US-Regierung seit Mai mehrfach heimlich gebeten haben, Luftangriffe auf sunnitische Extremisten im Irak zu fliegen. Das berichtet die New York Times und beruft sich dabei auf mehrere Mitarbeiter aus dem Umfeld der Obama-Administration. Unter anderem habe Al-Maliki in einem Telefongespräch mit US-Vizepräsident Joe Biden und auch später in einem offiziellen Schreiben an das Pentagon um US-Unterstützung aus der Luft gebeten und dabei Drohneneinsätze ins Gespräch gebracht.

Die Regierung in Bagdad habe gehofft, mit amerikanischer Hilfe Sammelpunkte und Übungsgebiete der Rebellen treffen zu können, heißt es in dem Bericht. Außerdem sollte verhindert werden, dass weitere sunnitische Kämpfer von Syrien aus in den Irak gelangen können. Das Blatt berief sich auf US-Experten, die in den Irak gereist waren. Auch das Wall Street Journal berichtet, die irakische Regierung habe signalisiert, dass sie US-Angriffe auf Al-Kaida-Extremisten ermöglichen würde.

Eine US-Regierungssprecherin nahm zu den Einzelheiten nicht Stellung. Sie sagte, die irakische Regierung begrüße amerikanische Hilfe. Der Beistand sei umfassend und werde noch größer.

Die USA unterstützen den Irak mit 14 Milliarden US-Dollar und zusätzlicher militärischer Ausstattung – darunter Kampfjets, Helikopter und Waffen. Zudem haben das US-Militär und irakische Soldaten in dieser Woche ein gemeinsames Anti-Terror-Training in Jordanien begonnen. Bis Ende des Jahres sind weitere Jet- und Helikopterlieferungen geplant an die irakische Armee, der bis dato eine durchschlagkräftige Luftwaffe fehlt.

US-Regierung lehnt Drohneneinsätze ab

Die USA setzen Drohnen im Kampf gegen Extremisten im Jemen und in Pakistan ein. Für den Irak hat die Regierung von US-Präsident Barack Obama einen Drohneneinsatz bislang strikt abgelehnt. Aus dem Weißen Haus heißt es, der Konflikt im Irak sei nicht nur ein militärischer, sondern auch ein politischer. Nuri Al-Maliki habe stets verhindert, Sunniten, Kurden oder auch Säkularisten an der Macht teilhaben zu lassen und habe so zur Spaltung des Landes beigetragen. Ein früherer US-Geheimdienstmitarbeiter sagte der New York Times: "Militärische Hilfen aus den USA könnten einen positiven Effekt auf den Irak haben, aber nur, wenn die Hilfen daran geknüpft werden, dass auch al-Maliki sein Verhalten ändert."

Angesichts der andauernden Kämpfe im Irak und des Vormarschs der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) beraten die USA derzeit über weitere Hilfen für den Irak. Auch der UN-Sicherheitsrat wird am heutigen Donnerstag zu dem Thema tagen. Isis kämpft auch gegen die Regierung im benachbarten Syrien und will die eroberten Gebiete über die Grenze hinweg zu einem islamischen Staat verschmelzen.